Bertelsmann-Studie – Soziale Herkunft entscheidet weiterhin über Bildungserfolg – kein Grund zur Entwarnung

Özcan Mutlu, bildungspolitischer Sprecher, erklärt zu der Bertelsmann-Studie:

Die Ergebnisse der Bertelsmann-Studie „Chancenspiegel“ zeigen, dass auch 12 Jahre nach dem PISA-Schock immer noch die soziale Herkunft über den Bildungserfolg junger Menschen entscheidet. Schülerinnen und Schüler aus sozial schwachen Familien, insbesondere mit Migrationshintergrund, haben es weiterhin extrem schwer in unserem Schulsystem. Auch die Förderung von Kindern mit Behinderungen lässt extrem zu wünschen übrig. In den wesentlichen Feldern schneidet Berlin schlecht ab. Chancengleichheit ist in Berlin nach wie vor nicht gewährleistet. Unser Bundesland ist offenbar nicht in der Lage, sowohl Leistungsstarke als auch Leistungsschwache zu fördern.

Es ist eine gesamtstaatliche Aufgabe, allen Kindern die selben Bildungschancen zu gewähren, damit sie ihre Potenziale entfalten können. Die Stärkung der Bildungsqualität in den Bildungseinrichtungen, wie Kita und Schule, ist dafür unabdingbar. Daher müssen Schulen in sozial benachteiligten Gebieten oder mit einem hohen Anteil an MigrantInnen stärker personell und materiell unterstützt werden. Die Inklusion muss endlich zu einem festen Bestandteil der Berliner Bildungslandschaft werden. Eine gute Versorgung ist nämlich kein Garant für Qualität, das muss der Berliner Senat endlich begreifen.

Die Stärkung der Zusammenarbeit zwischen Schule und Jugendhilfe sowie eine Bildungs- und Sprachoffensive, insbesondere für Kinder nichtdeutscher Herkunft, sind dringend gefordert. Kooperationen zwischen Eltern und Schulen in Rahmen von verbindlichen Bildungsvereinbarungen gehören ebenfalls zur Qualitätssicherung.

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