Bildungsmonitoring: Ergebnisse müssen für die Bildungspraxis genutzt werden!

Bildungsmonitoring wichtig – aber Messen allein hilft den Schulen nicht weiter. Ergebnisse müssen für die Bildungspraxis genutzt werden!

Anlässlich der morgen stattfindenden Beratungen der Kultusministerkonferenz (KMK) über die Weiterentwicklung des Bildungsmonitorings erklärt Özcan Mutlu, Sprecher für Bildungspolitik:

Bildungspraktikerinnen und -praktiker kritisieren schon lange, dass durch Schulleistungsstudien und Vergleichsarbeiten zu wenig praxisrelevantes Wissen entsteht. Die Bildungsberichte zeigen zu oft an, welche Gesamtsituation beim Lernen zu welchem Ergebnis führt. Sie erklären aber häufig nicht, welche Veränderung zu welcher Verbesserung geführt hat. Dieser Mangel soll nun mit einer überarbeiteten Gesamtstrategie gelöst werden.

Besonders wichtig ist dabei, dass die stetig wachsenden Forschungsergebnisse systematisch gesichtet, aufbereitet und zugänglich gemacht werden. Dafür muss die KMK gemeinsam mit dem Bund einen konkreten Vorschlag vorlegen. Fakt ist: Ohne eine systematische Umsetzungsstrategie von Erkenntnissen aus der Bildungsforschung wird auch zukünftig nicht gesichert sein, dass relevante empirische Ergebnisse in den Schulen auch tatsächlich ankommen und diese davon profitieren können.

Das Institut für Qualitätssicherung (IQB) kann diese Aufgabe nicht leisten. Es beschränkt sich bisher vor allem auf die Bereitstellung von Diagnosewissen. Nur Messen reicht nicht aus. Für zusätzliche Entwicklungsaufgaben und Transferleistungen für die Praxis werden die Länder zusätzliches Geld aufbringen müssen, wenn sie den eigentlichen Anspruch einer Gesamtstrategie ernst nehmen wollen.

Die zentrale Herausforderung bleibt, ein Mehr an Bildungsqualität bei gleichzeitiger Verbesserung der Bildungschancen für alle Schülerinnen und Schüler zu erreichen. Dieser Herausforderung muss sich die KMK stellen.

Verwandte Artikel

Kommentar verfassen

Artikel kommentieren


* Pflichtfeld