Brasilien hätte bessere WM verdient

Zum Start der Fußball-WM in Brasilien erklären Monika Lazar, Obfrau im Sportausschuss und Özcan Mutlu, sportpolitischer Sprecher:

Wenn ab Donnerstagabend der Ball rollt, werden Milliarden Menschen auf der ganzen Welt ihren Teams beim Public Viewing oder vor den Fernsehschirmen die Daumen drücken. Auch wir werden das tun.

Bei aller Freude über den rollenden Ball: Wir dürfen aber nicht die Augen davor verschließen, welche massiven Probleme und sozialen Unruhen die teuerste WM aller Zeiten dem Austragungsland Brasilien beschert. Die Liste der Versäumnisse und Skandale der FIFA und der Regierung Brasiliens ist lang. Der Sport rückt dadurch leider weit in den Hintergrund. Zum Beispiel führen die Knebelverträge der FIFA dazu, dass weder Land noch Kommunen von den Steuereinnahmen profitieren, weil die FIFA und viele im Rahmen der WM beauftragte nationale wie internationale Firmen von Steuern befreit sind. Außerdem wurden für Milliarden Euro Fußballstadien gebaut, deren Nutzung nach der WM völlig offen ist.

Die Ausrichtung der WM hat dazu geführt, dass der brasilianische Staat in den vergangenen Jahren die sogenannte „Befriedung“ der Favelas forciert hat und weit über 100.000 Menschen aus den stadionnahen Favelas vertrieben und umgesiedelt worden sind.

Wir setzen uns dafür ein, den Sport wieder in den Vordergrund zu rücken. Sportgroßveranstaltungen sollten an allen Orten der Welt zum Vor- und nicht zum Nachteil der örtlichen Bevölkerung veranstaltet werden. Auch das Beispiel Katar, zeigt: Wir müssen grundsätzlich darüber diskutieren, was die Politik tun kann, um nachhaltige Sportgroßveranstaltungen unter Wahrung von Bürger- und Menschenrechten zu veranstalten. Wir haben deswegen beantragt, dass die Bundesregierung zur Fußball-WM in Brasilien 2014 und in Katar 2022 am 2. Juli 2014 im Sportausschuss des Bundestags Stellung beziehen soll.

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