Deutsches Bildungssystem bietet zu wenig Aufstiegschancen

Zum heute veröffentlichten OECD-Bericht „Bildung auf einen Blick 2014“ erklärt Özcan Mutlu, Sprecher für Bildungspolitik:

Der Bericht zeigt, Deutschland ist bei der Bildung weiterhin nur Durchschnitt. Zwar haben sich die Ergebnisse im tertiären Bereich zum Besseren entwickelt, aber die Erkenntnis bleibt: 13 Jahre nach der erstmaligen Veröffentlichung von PISA ist das Versprechen „Aufstieg durch Bildung“ noch immer für zu viele Menschen vor allem eines: ein uneingelöstes Versprechen.

In nur wenigen anderen OECD-Ländern ist die Bildungsmobilität so gering wie in Deutschland. Und noch immer hat unser Bildungssystem für viele Menschen zu viele Aufstiegsbarrieren. Dass die Chancen auf Bildungserfolg bei Akademikerkindern noch immer doppelt so hoch sind wie bei Kindern, deren Eltern keinen Universitätsabschluss haben, ist nicht akzeptabel.

Hier sind Bund und Länder weiterhin gleichermaßen gefragt. Die Abschaffung des Kooperationsverbotes für den gesamten Bildungsbereich ist daher ein überfälliger Schritt. Wir fordern eine deutliche Steigerung der Bildungsausgaben – vor allem für Qualitätsverbesserungen in Kitas und Schulen. Jeder in Bildung angelegte Euro zahlt sich aus. Der Bericht zeigt erneut: Wir brauchen endlich ein nachhaltiges Ganztagsschulprogramm, stärkere Investitionen in die Inklusion sowie in die Schulsozialarbeit.

Eine gute Bildungspolitik entscheidet nicht nur über den Bildungsstand und die Erwerbsquote junger Menschen, sondern auch über gesellschaftliche Teilhabe. Hier ist weiterhin die Bundesregierung gefordert. Sie muss weitaus mehr tun, um junge Menschen zu Bildungsabschlüssen zu führen. Stagnation ist kein Erfolg. Die Bundesregierung darf sich mit Durchschnitt nicht zufrieden geben.

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