Maßnahmen zur nachhaltigen Reduzierung der steigenden Schuldistanz/ des Schulschwänzens
12.03.2003: Dr: 15/1476
Antrag der Fraktion der CDU Maßnahmen zur nachhaltigen Reduzierung der steigenden Schuldistanz/ des Schulschwänzens
Das Abgeordnetenhaus wolle beschließen:
Der Senat wird aufgefordert, bis zum 30. Juni 2003 zu berichten, welche Maßnahmen gegen den Anstieg von der Schuldistanz und des Schulschwänzens in Berlin ergriffen wurden und werden, und welche Zukunft die speziell dafür eingerichteten Projekte und Versuche haben. In dem Bericht ist darzulegen, in welchem Zusammenhang der Zustand der Schule, Unterrichtsausfälle und das soziale Umfeld das Schulschwänzen beeinflussen und vor welchen Hintergründen Eltern das Verhalten ihrer Kinder tolerieren oder an einer Situationsänderung mitwirken. Darüber hinaus ist darzustellen, wie und mit welchen Maßnahmen und Erfolgen andere Bundesländer sich dieses Problems annehmen.
Begründung: Für das Bildungs- und Ausbildungssystem ist das Schulschwänzen und die Schulmüdigkeit ein gravierendes Problem. Besonders dramatisch ist die Situation an Haupt- und Sonderschulen, wo manchmal bis zu einem Viertel der Schüler unentschuldigt mehrere Stunden pro Woche fehlen. Viele Schulschwänzer gehören zudem zu den leistungsschwächeren Gruppen von Schülern. Der Prozentsatz von Schülern und Schülerinnen, die inzwischen die Schule ohne Abschluss verlassen, wächst stetig, darunter sind viele, die anfangs unregelmäßig fehlten und später den Weg zur Schule gar nicht mehr fanden. Regelmäßiges Schulschwänzen ist ein Prozess zunehmender Entfremdung von der Schule. Mögliche Ursachen reichen von starker Über- oder Unterforderung im Unterricht über Misserfolge, Ausgrenzung aus der Klassengemeinschaft und Krisen in der Familie. Der wichtigste Grund aber scheint, dass Schulwelt und Lebenswelten immer weiter auseinander driften.Nach den Daten der Senatsverwaltung für Schule bleiben rund 4 000 Schüler von mehr als 40 % des Unterrichts entschuldigt oder unentschuldigt fern, wobei bereits 20 % Fehlzeit als problematisch für den Lernerfolg angesehen werden kann. Daher besteht ein dringender Handlungsbedarf.
Berlin, den 12. März 2003 Dr. Steffel Goetze und die übrigen Mitglieder der Fraktion der CDU
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