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"Bildung für nachhaltige Entwicklung" durch die Fortbildung von Lehrerinnen und Lehrern stärken

02.12.2008: Dr. 16/2011

Das Abgeordnetenhaus wolle beschließen:

Der Senat wird aufgefordert, ein Konzept zur systematischen Fortbildung der Lehrkräfte der allgemeinbildenden und beruflichen Schulen in Berlin zum Lerninhalt "Bildung für nachhaltige Entwicklung" vorzulegen. Dabei sollen die bestehenden Angebote der regionalen Fortbildung auf alle Bezirke und für alle Regionen ausgeweitet und für die Qualifizierung von Lehrkräfteteams aufbereitet werden. Neben der fächerübergreifenden Zusammenarbeit der Lehrkräfte sollen Methodik und Didaktik des produktiven Lernens und des projektorientierten Unterrichts vermittelt werden. Schulen, die die Auszeichnung "Umwelt Europaschule - Internationale Transfer 21-Schule" erhalten, sollen in die Schulberatung mit einbezogen werden.

Die Anregung der Zusammenarbeit der Schulen mit freien Trägern, die Unterrichtskonzepte im Themenbereich Globales Lernen, Energieeinsparung, Klimaschutz, Biodiversität, nachhaltiger Mobilität, etc. erarbeitet haben, soll Bestandteil der Fortbildung sein. Kooperationspartner wie z.B. die Verkehrsschulen, die Gartenarbeitsschulen, die Umweltbildungszentren, die Bildungseinrichtungen des DED-Schulprogramms und des EPIZ Berlin sollen mit Anschauungsmaterial - zum Beispiel zu regenerativen Energien, zum Klimaschutz, zum Lärmschutz und zum nachhaltigen Verkehr, sowie zu Faire Trade und WTO - ausgestattet werden und den Schulen zur Nutzung im Unterricht verstärkt angeboten werden.

In einem ersten Schritt sollen alle bestehenden Angebote und Initiativen auf einer Plattform im Internet zu finden sein und so gebündelt werden. Das Konzept soll einen Stufenplan zur systematischen Fortbildungsbeteiligung von Lehrkräfteteams der einzelnen Schulen und zur Organisation der Fortbildung sowie zur Finanzierung enthalten.

Ziel der Fortbildung ist es, die Lehrkräfte aller allgemeinen und beruflichen Berliner Schulen zu befähigen, an ihren Schulen Projekte zum Thema "Bildung für nachhaltige Entwicklung" durchzuführen und entsprechendes Wissen gerade auch im Themenfeld Globales Lernen, Energieeinsparung, Klimaschutz, nachhaltiger Verkehr etc. zu vermitteln. Dem Abgeordnetenhaus ist bis zum 31. März 2009 zu berichten.

Begründung:

Im Zusammenhang mit der UN-Dekade für "Bildung für nachhaltige Entwicklung" ist es notwendig, die vielfältigen Fortbildungsangebote an die Lehrkräfte der Berliner Schulen zu bündeln und die Fortbildungsanstrengungen zu systematisieren. Bestehende Best-Practice-Angebote sollen die Grundlage für ein Fortbildungscurriculum darstellen, das die Lehrkräfte der Berliner Schulen systematisch durchlaufen sollen. Neben der Inhalts- und Wissensvermittlung sollen die Lehrkräfteteams fächerübergreifend methodisch und didaktisch auf projektorientiertes und produktives Lernen vorbereitet werden. In einer Rede als Vorsitzender der Kultusministerkonferenz hat Senator Zöllner die Notwendigkeit der Bildung für Nachhaltige Entwicklung wie folgt zusammengefasst. "Nur wenn Schülerinnen und Schüler die komplexen Zusammenhänge verstehen lernen und wissen, was nachhaltige Entwicklung bedeutet, können sie an diesem Prozess aktiv teilnehmen und ihn mitgestalten."

Die Lerninhalte, die im BMBF-Projekt Transfair 21, der Initiative "Bildung für nachhaltige Entwicklung" des BMBF und im LISUM erarbeitet wurden, finden so Eingang in den Unterricht der Berliner Schulen. Das Interesse und die Kompetenz der Schülerinnen und Schüler in MINT-Fächern wird neben anderen Kompetenzen gestärkt. Hierfür eignet sich besonders der Themenkomplex Globales Lernen, Energieeffizienz, Klimaschutz und Mobilität. Das Land Berlin kann hier die Schulen aktiv unterstützen. Die strukturierte Fortbildung wird so Teil des zu entwickelnden "Berliner Aktionsplans zur Nachhaltigkeit".

Berlin, 2. Dezember 2008

Eichstädt-Bohlig, Ratzmann, Mutlu, Schäfer und die übrigen Mitglieder der Fraktion Bündnis 90/Die Grünen

Der Antrag kann nachfolgend heruntergeladen werden.

Zugehörige Dateien:
d16-2011.pdfDownload (27 kb)
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