Eishockey-WM in Belarus: Politische Verantwortung des Sports nicht kleinreden

Zur morgen beginnenden Eishockey-Weltmeisterschaft in Belarus erklären Monika Lazar, Obfrau im Sportausschuss, und Özcan Mutlu, Sprecher für Sportpolitik:

Die Eishockey-WM wird morgen in der letzten Diktatur Europas angepfiffen. Wir fordern: Der Sport muss sich auch dann seiner politischen Verantwortung stellen, wenn es brenzlig wird.

Als vor zwei Jahren offensichtlich Unschuldige in Belarus hingerichtet wurden, haben wir uns für eine Verlegung der WM eingesetzt. Damals scheiterten wir, wie auch die SPD, am Widerstand des internationalen Eishockeyverbandes IIHF. Noch heute befinden sich zahlreiche politische Gegner von Präsident Lukaschenko in Haft, Wahlen werden noch immer gefälscht, Presse- und Meinungsfreiheit existieren nicht.

Jetzt ist die Bundesregierung in der Pflicht, der Bitte der Opposition in Belarus nachzukommen und die WM nicht durch Staatsbesuche aufzuwerten. Schon bei den Olympischen Winterspielen in Sotschi hat Präsident Lukaschenko es verstanden, alle Erfolge belarussischer Sportlerinnen und Sportler für seine Propaganda zu missbrauchen. Putins Spiele waren auch für ihn ein voller Erfolg.

Politik und Sportverbände dürfen Sportgroßereignisse nicht zum PR-Motor für Autokraten machen. Wir brauchen stattdessen endlich menschen- und bürgerrechtliche Standards der Vergabe von Sportgroßveranstaltungen.

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