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Ernährungsbildung: Noch ein Infoblättchen statt echter Handlungsbereitschaft

Zum Start der Bundesinitiative Ernährungsbildung von Ernährungsminister Schmidt, erklärt Nicole Maisch, Sprecherin für Verbraucherpolitik, und Özcan Mutlu, Sprecher für Bildungspolitik:
 
Kostenlose Unterrichtsmaterialien für Ernährungsbildung in Kitas und Schulen sind nett und produzieren schöne bunte Bilder des Ministers. Die Probleme Fehlernährung und Übergewicht bei Kindern und Jugendlichen werden so jedoch nicht gelöst.
 
Statt anzupacken und einen vernünftigen politischen Rahmen zu setzen, schiebt Minister Schmidt die Verantwortung den Bundesländern, den Schulen, den Lehrerinnen und Lehrern und den Eltern zu. Den Ausbau einer gesunden Gemeinschaftsverpflegung sehen wir als wichtigen Baustein, Fehlernährung zu stoppen und  soziale Ungleichheiten aufzufangen. Kinder und Jugendliche, die den ganzen Tag in der Schule verbringen, brauchen qualitativ hochwertiges und attraktives Schulessen.
 
Das derzeitige Kooperationsverbot zwischen Bund und Ländern verhindert den sinnvollen und notwendigen Ausbau der Ganztagsschulen und den damit einhergehenden Ausbau der Schulverpflegung. Wir fordern die Aufhebung des Kooperationsverbots, damit ein neues Ganztagsschulprogramm aufgelegt werden kann. Auf dieser neuen verfassungsrechtlichen Basis ließen sich mit den Bundesländern Vereinbarungen treffen, so das Mittel aus diesem Programm für den notwendigen Auf- und Ausbau der Infrastruktur für Schulernährung genutzt werden können. 
 
Das Wissen um eine gesunde Ernährung gehört zu den Grundkompetenzen, die auch in den öffentlichen Bildungs- und Erziehungseinrichtungen zu vermitteln sind. Die Verankerung von Ernährungsbildung ist eine wichtige Querschnittsauf­gabe, die in unterschiedlichen Fächern und auch außerhalb des Fachunterrichts erfüllt werden muss.
 
Statt seinen Teil zu besserem Schulessen beizutragen, nervt Christian Schmidt zudem Ernährungsexpertinnen und -experten mit der Forderung nach einem eigenen Schulfach Ernährung. Namenhafte Ökotrophologinnen wenden sich in einem Brandbrief an den Minister, mit der Bitte, die Forderung nach einem eigenen Schulfach Ernährung einzustellen, da die Forderung zum „derzeitigen Stand kontraproduktiv und evtl. sogar schädlich“ wäre.
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