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Infantino war das kleinere Übel

Zur heutigen Wahl des neuen FIFA-Präsidenten Gianni Infantino sowie zur Abstimmung über Reformen der FIFA erklären Özcan Mutlu, Sprecher für Sportpolitik der Bundestagsfraktion von Bündnis 90/Die Grünen und Monika Lazar, Obfrau im Sportausschuss des Deutschen Bundestags für die Bundestagsfraktion von Bündnis 90/Die Grünen:

Mit Gianni Infantino haben sich die Delegierten des außerordentlichen FIFA-Kongresses für nicht mehr und nicht weniger das kleinere der zur Wahl stehenden Übel entschieden. Infantino trat mit wenig glaubwürdigen Worten über Reformen und Transparenz und mit Wahlgeschenken an die Verbände heran, die stark an die Ära Blatter erinnern.

Offen aber bleibt: Haben die Delegierten den Schweizer gewählt, weil er – von der UEFA gesponsert – mit einer halben Million Euro Wahlkampf auf der ganzen Welt betrieb? Haben hier wieder altbekannte FIFA-typische Klüngeleien eine Rolle gespielt? Oder haben die Delegierten sich mit seiner Wahl eigentlich nur gegen den Rivalen, den bahrainischen Scheich Salman bin Ebrahim Al Khalifa, dem Vorwürfe von Menschenrechtsorganisationen im Zusammenhang mit der Zerschlagung von Aufständen innerhalb seines Landes anlasten, entschieden?

Klar ist, dass Infantino nun in der Bringschuld steht, wenigstens die versprochenen Reförmchen umzusetzen und weitere auf den Weg zu bringen. Wir werden ihm dabei auf die Finger sehen.

Reformpaket halbherzig

Das Reformpaket ist halbherzig und angesichts der gravierenden Reformnotwendigkeit wenig überzeugend. Wir Grüne fordern weiterhin mehr Transparenz bei der FIFA und endlich Aufklärung über die WM-Vergaben 2018 in Russland und 2022 in Katar. Die FIFA muss sowohl in der Schweiz als auch in den Austragungsländern von Weltmeisterschaften endlich wie ein kommerzielles Unternehmen behandelt werden und Steuern entrichten, denn Fußball ist ein Milliardengeschäft. Vergabekriterien für Weltmeisterschaften müssen reformiert werden und Menschenrechtsfragen und ökologische Standards als Kriterium beinhalten.

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