Inklusion – Gemeinsam lernt es sich besser

Wir müssen dahin kommen, dass wir an unseren Schulen endlich eine Kultur des Behaltens und nicht des Aussortierens entwickeln“, so Sylvia Löhrmann, Ministerin für Schule und Weiterbildung in Nordrhein-Westfalen. Gemeinsam mit ihr, der ehemaligen Förder- und Regelschülerin Anne Gersdorff – die heute als Sozialarbeiterin tätig ist, und Schülerinnen und Schüler mit Behinderung beim Übergang Schule/Beruf berät – und Prof. Dr. Dieter Katzenbach von der Universität Frankfurt am Main habe ich über eine Kultur des Gemeinsamen Lernens und die Weiterentwicklung unseres Bildungssystems zu einem inklusiven Bildungssystem diskutiert.

Es wurde schnell deutlich: Selektion und Aussonderung sind mit der UN-Konvention über die Rechte von Menschen mit Behinderungen nicht vereinbar. Förderschulen dürfen deshalb auch nicht die Regel, sondern sie müssen die Ausnahme sein. Es ist paradox: Der Ausbau von inklusiven Strukturen steht unter einem Kostenvorbehalt, das Förderschulsystem wird aber weiter finanziert, in einigen Ländern sogar mit demselben Verve, wie noch vor zehn Jahren. Diesen Widerspruch gilt es aufzulösen. Mehr Inklusion, weniger Separation – das muss das erklärte Ziel sein. Auch deshalb muss das Kooperationsverbot auch für die schulische Bildung aufgehoben werden. Der Bund darf sich in punkto Inklusion nämlich keinen schlanken Fuß machen.

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