Kinderarmut in Deutschland – Armutszeugnis für die Bundesregierung

Zur Veröffentlichung der Bertelsmann-Studie „Der Einfluss von Armut auf die Entwicklung von Kindern – Ergebnisse der Schuleingangsuntersuchung“ erklären Özcan Mutlu, Sprecher für Bildungspolitik und Franziska Brantner, Sprecherin für Kinder- und Familienpolitik:

Die Bertelsmann Stiftung bestätigt auf erschreckende Weise, dass der Bildungserfolg immer noch abhängig vom Geldbeutel der Eltern ist. Mehr als 17 Prozent der unter 3-Jährigen wachsen in Familien auf, die auf staatliche Grundsicherung angewiesen sind. Der Zusammenhang von sozialer Herkunft und Bildungserfolg verfestigt die Ausgrenzung und den Bildungsverlauf von Kindern und Jugendlichen über Generationen hinweg, Bildungsarmut ist das Ergebnis.

Diese Ergebnisse sind für unsere erfolgreiche Wirtschaftsnation ein Armutszeugnis. Die Bundesregierung versagt bei der Bekämpfung von Kinderarmut. Auch eine verfassungsgemäße Erhöhung der Kinderfreibeträge und des Kindergeldes um 6 EUR wird diese Situation nicht verbessern. Jedes zweite Kind im ALG II lebt in einem alleinerziehenden Haushalt. Deswegen ist dringend eine Unterstützung bei Alleinerziehenden notwendig, ebenso wie Investitionen in die Bildungs- und Betreuungsinfrastruktur. Wie viele Studien benötigt die Bundesregierung noch, um endlich ausreichende Maßnahmen sowie ein schlüssiges Gesamtkonzept zu ergreifen?

Wir brauchen gute Bildung von Anfang an und einen Ausbau der Ganztagsschulen.

Die Studie ist hier abrufbar: https://www.bertelsmann-stiftung.de/de/publikationen/publikation/did/der-einfluss-von-armut-auf-die-entwicklung-von-kindern/

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