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Wahlen zum Abgeordnetenhaus von Berlin am 17. Sep. 2006

  

Liebe Wählerinnen und Wähler, Sie entscheiden am 17. September 2006, wer als Vertreter Ihrer Interessen mit der Erststimme direkt ins Abgeordnetenhaus gewählt wird. Ich stelle mich zur Verfügung und bitte um Ihre Unterstützung.

Im Bezirk zu Hause!

Seit 33 Jahren lebe ich im buntesten und vielfältigsten Berliner Bezirk. Gleich nach meiner Einbürgerung 1990 wurde ich für die Grünen in die Kreuzberger Bezirksverordnetenversammlung gewählt, seit 1999 vertrete ich unseren Bezirk im Berliner Abgeordnetenhaus. Als bildungspolitischer Sprecher gilt mein besonderer Einsatz der Chancengleichheit aller Kinder und Jugendlichen in der Bildung. Sie ist maßgeblich für die individuelle Persönlichkeitsentwicklung ebenso wie für gesellschaftliche Integration. Ein gleichberechtigter Zugang zu Bildung für alle Menschen, unabhängig von ihrer Herkunft und ihrem Geldbeutel, Respekt und Anerkennung statt Ausgrenzung - dafür stehe ich!

Jeder Mensch ist begabt - fördern wir ihn!

Bildung fängt nicht erst mit der Schultüte an, sondern schon in der Kita. Wir brauchen Kitas, in denen die natürliche Neugier, die Lernfreude und die Sprachfähigkeit der Kinder gefördert werden. Dafür müssen Kitas personell wie materiell ausreichend ausgestattet werden und wie die Schule gebührenfrei sein. Jeder Mensch ist begabt. Auch jede Schülerin und jeder Schüler soll die bestmögliche Förderung erhalten. Mein langfristiges Ziel ist eine Schule, in der alle SchülerInnen bis zu 10. Klasse gemeinsam unterrichtet und individuell gefördert werden. Qualitätsentwicklung und -sicherung, eine fortschrittliche Lernkultur anstelle des antiquierten Frontalunterrichts sind hierfür unabdingbar - dafür kämpfe ich!

Schule reformieren!

Chancengleichheit, Verlässlichkeit und Qualität ist mein Credo für die Berliner Schule. Schule muss ein Ort zum Lernen und Leben werden. Ein Ort, an dem Kinder und Jugendliche soziale Kompetenzen erwerben sowie für die Anforderungen der Wissensgesellschaft gewappnet werden. Dafür muss sich Schule vielfältig mit ihrem Umfeld und mit der Jugendhilfe vernetzen und sich zu einem täglich erfahrbaren Lebensort entwickeln. Dazu gehört auch, die Eltern stärker als bisher in Entscheidungen einzubeziehen. Deshalb setze ich mich für die Ganztagsschule ein, an der sich intensives Lernen und Freizeit abwechseln. Schulen brauchen mehr Eigenverantwortung und eigene Budgets - dafür engagiere ich mich!

Bildungspolitik ist Integrationspolitik!

Kinder aus sozial benachteiligten Familien und Kinder mit Migrationshintergrund sind die großen Verlierer des planmäßigen Aussiebens im dreigliedrigen Schulsystem. Durchlässigkeit besteht für sie vor allem nach unten, und gerade in letzter Zeit sehen wir, dass Respektlosigkeit und Gewalt immer mehr um sich greifen. Wenn sich soziale Benachteiligung und migrationsbedingte Probleme potenzieren, wenn schwer miteinander vereinbare Wertvorstellungen und Perspektivlosigkeit zusammentreffen, dann geht in den Schulen häufig nichts mehr, und es zeigt sich: Das friedliche Zusammenleben ergibt sich nicht von alleine. Es bedarf vielmehr der aktiven Erziehung zu gegenseitigem Respekt und zur Anerkennung von Vielfalt und Unterschiedlichkeit. Deshalb ist eine Bildungsoffensive vonnöten. Dazu zählt die Reform der LehrerInnenausbildung, die Reform der Rahmenpläne und eine zeitgemäße Lernkultur, die auf individuelle Förderung aufbaut - das ist mein Programm!

Jeder fünfte Euro in die Bildung!

Investitionen in die Bildung sind Zukunftsinvestitionen. Durch die geplanten Steuerreformen werden auch in Berlin Mehreinnahmen erwartet. Wir wollen jeden fünften Euro davon - das sind etwa 100 Millionen Euro im Jahr - zielgerichtet in die Bildung investieren. Wir als Grüne haben uns klar für die Priorität Bildung entschieden. Wer im Bildungsbereich den Rotstift regieren lässt, verkennt völlig, dass eine gute Bildung kein überflüssiger Luxus ist, sondern schlicht eine gesellschaftliche Notwendigkeit darstellt. Kürzungen im Bildungsbereich sind absurd - dagegen kämpfe ich!

Soziale Gerechtigkeit!

In unserem Bezirk leben viele einkommensarme Menschen. Die Zahl der ALG II-BezieherInnen ist hoch, und es empört mich, dass ausgerechnet bei ihnen weiter gekürzt wird. Wir brauchen im Gegenteil mehr Qualifizierungs- und Beschäftigungsmöglichkeiten jenseits des 1. Arbeitsmarkts. Wir brauchen außerdem eine armuts- und kulturfeste Grundsicherung, die es ermöglicht, ohne Angst vor der Zukunft Kinder zu erziehen, Verwandte zu pflegen oder ehrenamtlich tätig zu sein - dafür setze ich mich ein! Perspektiven schaffen! Chancenungleichheit und damit einhergehend Perspektivlosigkeit ist oft schon in der Schule vorprogrammiert. Das Gegenteil aber sollte der Fall sein. Schule muss Lebensperspektive vermitteln! Und nicht nur auf die Vermittlung kommt es an. Perspektiven müssen auch geschaffen werden. In Form von Ausbildungsplätzen und in Form von gebührenfreien Studienplätzen, damit alle ihren gleichberechtigten Platz in der Gesellschaft finden können. Denn jeder Mensch braucht Perspektiven, heute und in der Zukunft- das gehört zu meinen Zielen!

Multikulturelles Berlin - Respekt ist die Basis!

Integration statt Ausgrenzung - Miteinander statt Nebeneinander, das ist mein Motto. Ein Viertel der Friedrichshain-KreuzbergerInnen ist nichtdeutscher Herkunft. Sie prägen und gestalten das Bild des Bezirks seit Jahren mit und füllen ihn mit Leben. Die ImmigrantInnen müssen als gleichberechtigte Bürgerinnen und Bürger willkommen sein und als Bereicherung für die Stadt wahrgenommen werden. Bürgerrechte für alle, nicht mehr und nicht weniger - das ist meine Politik!

Özcan Mutlu

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