Kandidatur für Listenplatz 4, Bündnis 90 / Die Grünen Berlin
Kandidatur für Listenplatz 4, Bündnis 90 / Die Grünen Berlin
Liebe Freundinnen und Freunde, als bildungspolitischer Sprecher der Fraktion Bündnis 90 / Die Grünen kandidiere ich wieder auf Platz 4 der Landesliste und bitte um Eure Unterstützung.
Zentrale gesellschaftliche Probleme zu benennen und entsprechende Lösungswege aufzuzeigen ist unsere Stärke, gerade in der Bildungspolitik. Gute Bildung ist nicht nur eine wichtige Ressource in der Wissensgesellschaft, sondern auch eine Notwendigkeit für die soziale Integration und den kulturellen Frieden einer Gesellschaft. Chancengerechtigkeit und Teilhabe aller an guter Bildung bilden daher den Schwerpunkt meiner Arbeit. Ich meine, gut ausgebildete junge Menschen mit Perspektive sind weniger empfänglich für jeglichen Extremismus.
Gesellschaftliche Vielfalt birgt Probleme, so wie sie Chancen und Potentiale bietet. Diese Vielfalt muss auf einem Fundament gemeinsamer Werte wachsen. Ich setze mich dafür ein, dass z.B. die Kernaussagen unseres Grundgesetzes, wie Menschenrechte, Gleichberechtigung von Mann und Frau usw., den Kindern bereits in der Grundschule vermittelt werden. Gesellschaftliche Integration beginnt m.E. ganz pragmatisch durch das tägliche Miteinander von Kita- und Schulkindern unterschiedlicher Herkunft, bei denen die gemeinsame deutsche Sprache selbstverständlich ist, die früher und gezielter gefördert werden muss. So habe ich mich z.B. mit Erfolg für die Ausdehnung der Europaschulen bis zum Abitur eingesetzt oder dafür gekämpft, dass die Klassengröße in Schulen in sozial benachteiligten Gebieten reduziert wurde.
Erste Voraussetzung für erfolgreiche Bildungsbiographien bleibt jedoch die Förderung jedes einzelnen Kindes nach seinen individuellen Fähigkeiten und zwar unabhängig von seiner sozialen oder ethnischen Herkunft. Es darf nicht sein, dass Kinder aus bildungsfernen Elternhäusern eine vierfach geringere Chance auf höhere Bildung haben als Kinder aus Akademikerfamilien. Daher brauchen wir z.B. mehr Ganztagsschulen, damit Lehrerinnen und Lehrer für jedes einzelne Kind da sein können, und Schule und Beruf für Eltern keine mühsamen Gegensätze mehr sind.
Für mich ist die Schule der Zukunft eine eigenverantwortliche Schule, die von individueller Förderung geprägt ist und alle Schülerinnen und Schüler zu selbstbewussten Bürgerinnen und Bürger heranbildet und sie zu erfolgreichen Abschlüssen führt. Diese Schule ist Lern- und Lebensort zugleich und ist mit dem Stadtteil vernetzt. Sie nutzt das Wissen und Können von Berufspraktikern, Künstlern, engagierten Menschen und Eltern. Dafür müssen wir Schulen befähigen und sie mit eigenen Budgets ausstatten.
Aus der Sicht eines Bildungsexperten hat Andreas Schleicher (PISA-Koordinator) auf unserer Bildungskonferenz (www.ich-wills-wissen.info) dargelegt, welche Reformen dringend notwendig sind. Seine Analysen und Vorschläge decken sich präzise mit unseren Reformvorschlägen und unserer Agenda. Der Einsatz für diese Agenda ist seit Jahren mein täglich Brot.
Gute Bildungspolitik verlangt auch den Mut, richtige finanzpolitische Prioritäten zu setzen. Die notwendigen Konzepte dafür haben wir. Bildungspolitik verlangt aber auch Ausdauer und Beharrlichkeit. Dafür stehe ich und bitte um Eure Unterstützung, um weiterhin für grüne Bildungspolitik kämpfen zu können.
Özcan Mutlu




