Ethikfach braucht Qualität - Böger muss nachbessern
Özcan Mutlu, bildungspolitischer Sprecher, erklärt:
Die Einführung eines gemeinsamen Faches zur ethischen Bildung begrüßen wir. sEs bietet große Chancen für Integration und Toleranz. Um sie auch zu nutzen, sind in der bisherigen Konzeption von Schulsenator Böger Verbesserungen nötig.
Damit SchülerInnen sich mit Werten auseinandersetzen, müssen diese an die Konflikte der Alltagserfahrung anknüpfen. Gemeinsames Lernen über die unterschiedlichen Kulturen und Religionen ist ein wichtiger Beitrag zum friedlichen Zusammenleben in Vielfalt. Der bisherige Entwurf des Rahmenlehrplans enthält jedoch fast ausschließlich abstrakt-philosophische Inhalte. Religionskunde fehlt im bisherigen Lehrplanentwurf fast vollständig.
Statt dessen will Böger den Schulen vorschreiben, beim Fach Ethik mit Trägern der Religions- und Weltanschauungslehre zu kooperieren. Das darf aber nicht dazu führen, dass zum Beispiel die Islamische Föderation oder die katholische Kirche Inhalte eines allgemeinbildenden Faches bestimmen kann, das zu religiös-weltanschaulicher Neutralität verpflichtet ist.
Um den besonderen Anforderungen eines integrativen Faches gerecht zu werden, ist eine entsprechende Qualifikation der Lehrkräfte von entscheidender Bedeutung. Eine Schmalspurqualifizierung dient weder SchülerInnen noch Lehrkräften. Die kurze Fortbildung, mit der Böger bisherige Ethik-, Religions- und LebenskundelehrerInnen für die neue Aufgabe qualifizieren will, reicht nicht aus, um der Vielfalt von Religionen, Weltanschauungen und Kulturen gerecht zu werden.




