Berliner Türken fordern eine schnellere Einbürgerung
10.07.2002: (Berliner Morgenpost)
Der Türkische Bund Berlin-Brandenburg (TBB) und die Grünen-Fraktion im Abgeordnetenhaus haben den Senat aufgefordert, Ausländer schneller einzubürgern. Nach ihren Angaben verhielten sich die Behörden bislang "restriktiv" und "integrationsfeindlich". Einbürgerungen würden mehr als zwei Jahre dauern, sagte TBB-Sprecherin Eren Ünsal. Folge ist: Die Zahl der Ausländer, die einen deutschen Pass erhalten, geht seit Jahren zurück. 1999 waren es noch 9508 Einbürgerungen, 2000 nur noch 6870 und im vergangenen Jahr 6273.
Der grüne Abgeordnete Özcan Mutlu sagte, in den Bezirken lägen zudem 33 000 unerledigte Anträge. Besonders negative Beispiele, so der TBB, seien Reinickendorf und Neukölln. Dort müssten Antragsteller bei unverschuldeter Arbeitslosigkeit bis zu 40 Bewerbungen pro Monat vorweisen. Zudem werde mancherorts ein Hauptschulabschluss nicht als Beleg für Deutschkenntnisse anerkannt. Dabei ist das Interesse der Türken, die deutsche Staatsangehörigkeit zu erlangen, nach Angaben des TBB ungebrochen. Innensenator Ehrhart Körting (SPD) will die Verfahren weiter verkürzen. So kann ein Türke inzwischen eingebürgert werden, obwohl der Antrag auf Verlust der türkischen Staatsangehörigkeit noch läuft. Weitere Besserungen sollen kommende Woche folgen, so Körting. sz




