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Rütli-Oberschule nicht länger allein lassen!

Sibyll Klotz, Fraktionsvorsitzende, und Özcan Mutlu, bildungspolitischer Sprecher, erklären:

Es ist gut, dass das Kollegium der Rütli-Oberschule sich zu ihrem Hilferuf an den Senat entschlossen hat. Seit Jahren ist das massive Gewaltproblem an der Schule bekannt, dennoch wurden keine nennenswerten Maßnahmen ergriffen. Stattdessen wurden umliegende Jugendfreizeitheime geschlossen und die Schule ihrem Schicksal überlassen. Bildungssenator Böger und Neuköllns Schulstadtrat Schimmang haben versagt. Heute erst zwei zusätzliche Sozialarbeiter mit Arabisch- und Türkisch-Kenntnissen in die Schule zu schicken, belegt wie lange das Problem verschlafen wurde.

Sich jetzt hinter dem Beispiel anderer Schulen zu verstecken, die mit ähnlichen Problemen besser zu Recht kommen, ist feige. Denn sie haben ihren Weg nicht wegen, sondern trotz der Bildungspolitik des Senats gefunden - zum Teil unter enormen persönlichen Einsatz von LehrerInnen und Eltern.

Senator Böger muss endlich handeln. Als Soforthilfe braucht die Rütli-Oberschule u.a. professionelle Konfliktberatung. Schulen in sog. Problemquartieren brauchen grundsätzlich verstärkte finanzielle und personelle Unterstützung, um die Sprachförderung zu verstärken, Ganztagsangebote auszubauen, die Klassenstärken zu senken und die Zusammenarbeit zwischen Schule und Jugendhilfe zu verbessern.

Wir brauchen eine Bildungsoffensive für Kinder nichtdeutscher Herkunftssprache. Dafür müssen aber auch die Eltern stärker in die Verantwortung genommen werden. Sie haben die Pflicht ihre Kinder, die Kitas und die Schulen tatkräftig zu unterstützen, anstatt den Schulen die Erziehungsproblem ihrer Kinder zu überlassen. Die Schulen benötigen dringend mehr Personal - auch Erzieher, Schulpsychologen, Sozialarbeiter, Handwerker und andere Professionen. Es muss gezielt für den Umgang mit pubertierenden und problematischen Jugendlichen fort- und weitergebildet werden. Schule muss wieder ein Ort des Respekts werden, Schülerinnen und Schüler müssen ihre Grenzen kennen und respektieren.

(c) Bündnis 90/Die Grünen im Abgeordnetenhaus - Berlin

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