LehrerInnenmangel: Senat beklagt selbst verschuldete Probleme
Özcan Mutlu, bildungspolitischer Sprecher, erklärt:
Berlin droht ein eklatanter Engpass beim Lehrernachwuchs. Der Berliner Senat hat wider besseren Wissens zugesehen wie die Zahl der "Lehramtsstudiengänge" an den Berliner Hochschulen reduziert wurde und hat in den vergangenen Jahren wiederholt die Zahl der Referendariatsplätze gekürzt. Zugleich wurde nichts unternommen, um arbeitslose Berliner Lehrerinnen und Lehrer in der Stadt zu halten.
Unsere wiederholten Anträge und Forderungen wurden von der rot-roten Mehrheit stets niedergestimmt. Die Konsequenz dieser desaströsen Personalpolitik müssen wieder die Kinder und Jugendlichen tragen.
Wir fordern den Senat auf, alles zu unterlassen, was zu Qualitätseinbussen an den Schulen führt. Der Einsatz und die Einstellung von anderen Professionen, wie Handwerker, Maler, Musiker u.a. begrüßen wir ausdrücklich. Allerdings als zusätzliche Kräfte und nicht als Ersatz für Pädagoginnen und Pädagogen.
Die Fraktion Bündnis 90/Die Grünen hat in den vergangenen Jahren wiederholt auf das Problem aufmerksam gemacht und Lösungsvorschläge erarbeitet:
- Im Februar 2002 haben wir ein "Aktionsprogramm gegen Lehrermangel" gefordert (Drucksache 15/238).
- Im Mai 2003 haben wir die Erhöhung der "Lehramtsstudiengänge" gefordert: "Hochschulvertragsverhandlungen nutzen, um drohenden LehrerInnenmangel abzuwenden" (Drucksache 15/1752).
- Im Februar 2005 haben wir einen Antrag eingebracht, um in Berlin ausgebildete Lehrerinnen und Lehrer in der Stadt zu halten: "Sprachförderkurse auch Kita-Kindern anbieten und hier ausgebildete Grundschullehrer/-innen in Berlin halten!" (Drucksache 15/3717).
- Im Oktober 2005 haben wir ein Sofortprogramm gefordert: "Alle Begabungen fördern - Sofortprogramm gegen Lehrer/-innenmangel jetzt!" (Drucksache 15/4391)
Es ist höchste Zeit, dass die rot-rote Koalition aktiv wird und der Bildung endlich die versprochene Priorität einräumt!




