Keine Überausstattung bei Bildung
02.06.2003: Lisa Paus, wissenschaftspolitische Sprecherin, und Özcan Mutlu, bildungspolitischer Sprecher, erklären:
Die aktuelle Studie des Kölner Instituts für Bildung- und Sozialökonomie (FIBS) macht Schluss mit der Mär, dass Berlin einen generellen Ausstattungsvorsprung bei der Bildung besitzen würde.
Und der Alltag an den Berliner Schulen spricht Bände: Permanenter Unterrichtsausfall, überalterte Kollegien, Kürzung von Fördermittel für sozial schwache Bezirke und schlechter baulicher Zustand sowie weiterhin mangelnde Ausstattung der Schulen.
In Anbetracht dieser Defizite können wir nicht nachvollziehen, warum beispielsweise die Senatsschulverwaltung das Mittel der Altersteilzeit für Neueinstellungen und Verjüngung des Personals nicht nutzt!
Auch bei den Hochschulausgaben macht die Studie deutlich, wie sehr Sarrazins Vergleichszahlen politisch motiviert und nicht dem Ziel objektiver Vergleichbarkeit geschuldet ist: Bei den Hochschulausgaben pro Studierende, liegt Berlin im Stadtstaatenvergleich auf dem letzten Platz, im bundesweiten Vergleich sogar auf Platz 13 von 16 Bundesländern. Bei den investiven Mitteln fällt der Vergleich noch dramatischer aus: mittlerweile ist der investive Anteil an den Berliner Hochschulhaushalten von 13 Prozent im Jahr 1990 auf 5 Prozent gesunken und liegt damit weit unter denen anderer Bundesländer.
Die rot-rote Bildungspolitik lässt bisher keinen Raum für langfristige Qualitätsentwicklung. Statt überhasteten und konzeptlosen Vorgehens ist ein Masterplan Bildung längst überfällig.




