Rechnen lernen! Schluss mit dem Hickhack um die Lernmittel
11.03.2003: Özcan Mutlu, bildungspolitischer Sprecher, und Jochen Esser, finanzpolitischer Sprecher, erklären:
Der rot-rote Senat will die Lernmittelfreiheit in Berlin aufheben. Allerdings hat er dabei vergessen, seine Hausaufgaben zu machen und ein tragfähiges Konzept vorzulegen. 8 Millionen Euro sollen eingespart werden, bei gleichzeitiger Freistellung von Wohngeld- und Sozialhilfeempfangenden. Wie das gehen soll, die Antwort blieb der Senat bislang schuldig.
Die jetzige Situation bei den Lernmitteln ist gekennzeichnet durch Unterfinanzierung, veraltete Schulbücher und Ungleichverteilung zwischen den Schultypen. Längst müssen sich die Eltern an der Beschaffung von Büchern und anderen Unterrichtsmaterialien beteiligen.
Die Fraktion Bündnis 90 / Die Grünen schlägt ein Zwei-Säulen-Modell aus Ausleihe und Elternbeteiligung vor: Das Ausleihsystem wird beibehalten, aber durch Elternbeteiligung ergänzt. 75 Prozent der Schulbücher bleiben in der Ausleihe, 25 Prozent sollen durch die Eltern selbst gekauft werden. Allerdings setzt die Elternbeteiligung erst ab der weiterführenden Schule ein. Familien mit Sozialhilfe- oder Wohngeldbezug (nach Senatsangaben etwa 20 Prozent der Betroffenen) werden von der Beteiligung befreit. Die vom Eigenanteil ganz oder teilweise befreiten SchülerInnen erhalten Gutscheine, mit denen sie die Bücher im Buchhandel kaufen können. Die Gutscheine werden rechtzeitig vor Schuljahresbeginn per Post zugeschickt. Für die selbstzahlenden Eltern entstehen Beträge zwischen 30 und 60 Euro als Eigenanteil.
Damit ist unser Modell sozial gerecht und mindestens kostenneutral. Es könnte sogar eine kleine Einsparsumme entstehen.




