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Schuljahresbeginn:

18.08.2003: Sitzen bleiben abschaffen!

Heute beginnt das neue Schuljahr. Für viele Schülerinnen und Schüler ist der Beginn des neuen Schuljahres kein Anlass zur Freude. Sie müssen die Klasse wiederholen. Unser Schulsystem produziert wieder tausendfachen Lernfrust. Jedes Jahr müssen im Bundesdurchschnitt drei Prozent der SchülerInnen die Klasse wiederholen, insgesamt haben 36 Prozent der von Pisa erfassten 15-Jährigen die Schule wegen Rückstellung nicht regulär begonnen oder sind mindestens einmal sitzen geblieben.

Allein in Berlin sind im vergangenem Schuljahr rund 17.000 SchülerInnen nicht versetzt worden, Mehrkosten von mehr als 80 Millionen Euro entstanden. Hinzu kommt, dass eine Nichtversetzung von den meisten Schülern als massiver Misserfolg erlebt wird.

Zahlreiche Forschungen belegen, dass für die "SitzenbleiberInnen" durch das "Sitzen bleiben" allein kein zusätzlicher Lerneffekt entsteht. "SitzenbleiberInnen" gehören spätestens nach zwei Jahren überwiegend wieder zu den schlechtesten SchülerInnen einer Klasse. Auch die europäische Studie EURYDICE belegt, dass die "negativen Folgen des Sitzenbleibens gegenüber den erwartenden Vorteilen" bei weitem überwiegen

Im Unterschied zu vielen ausländischen Schulsystemen wird in deutschen Schulen bei auftretenden Leistungsproblemen durchgängig mit dem Verfahren des "Sitzenbleibens" gearbeitet. Sitzen bleiben ist in den Spitzenländern der PISA-Studie kein Thema. Die skandinavischen Länder sowie Japan, welche Klassenwiederholung vor Jahren abgeschafft haben, weisen im internationalen Vergleich überdurchschnittliche Ergebnisse auf.

Statt immer noch mit dem Mittel des Sitzenbleibens zu arbeiten, fordern wir individuelle und gezielte Förderung von lernschwachen Schülerinnen und Schülern. Die Mittel, die durch die Abschaffung des Sitzenbleibens gespart werden, sind so viel besser investiert. Die Debatte um das neue Berliner Schulgesetz bietet die Chance hierzu. Diese Chance müssen wir im Interesse der Schülerinnen und Schüler nutzen!

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