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Opposition fordert mehr Kontrolle

01.08.2006: Berliner Morgenpost

Ausgaben für Bildung sollen auf den Prüfstand - Kopfnoten abgelehnt Von Katrin Schoelkopf

Berlin belegt im Bundesländervergleich mit 5200 Euro Platz 3 bei den Ausgaben für öffentliche Schulen pro Schüler und Jahr. Das geht aus einer Erhebung des Statistischen Bundesamtes für das Haushaltsjahr 2003 hervor. Gleichzeitig lagen die Leistungen der Berliner Schüler im Pisa-Leistungsvergleich 2003 in Lesen und Mathematik unter dem Durchschnitt der OECD-Staaten, was den Schluss nahe legt, dass mehr Investitionen nicht unbedingt mehr Leistung nach sich ziehen. Angesichts dieses Dilemmas fordert die bildungspolitische Sprecherin der FDP, Mieke Senftleben, mehr Qualitätskontrolle. "Wir müssen genau kontrollieren, was mit dem Geld erreicht wird. Zum Beispiel gibt es 3000 Lehrerstellen von insgesamt 21 000, die nicht für den Unterricht, sondern für andere Aufgaben wie Personalratstätigkeiten bestimmt sind. Hier muss jede Stelle auf den Prüfstand." Schließlich gebe es in Fächern wie Musik oder Naturwissenschaften zu wenige Lehrer. Die Einführung von Kopfnoten zur Leistungskontrolle, wie sie Bundesbildungsministerin Annette Schavan (CDU) jüngst forderte, lehnt die Bildungsexpertin der FDP als nichtssagend ab. Vielmehr müsse soziale Kompetenz und Teamfähigkeit eines jeden Schülers in einer Art Kurzporträt beurteilt werden.

Auch der Bildungsexperte der Grünen, Özcan Mutlu, lehnt Kopfnoten ab. "Vielleicht wären Betragensnoten als Beschreibung angebracht, da Ausbildungsbetriebe darauf Wert legen. Das Bildungsdefizit wird damit aber nicht gelöst." Um gegenzusteuern, müsse die individuelle Förderung der Schüler verbessert werden. "Das Geld, das Berlin ausgibt, muss im Sinne einer besseren Lernkultur effektiver eingesetzt werden", sagt Mutlu. Die CDU begrüßt grundsätzlich, dass Berlin vergleichsweise viel Geld für Schulbildung ausgibt. Allerdings werde es nicht zielgerichtet genug eingesetzt, sagt Katrin Schultze-Berndt, bildungspolitische Sprecherin der CDU-Fraktion. So sei die Gesamtschule bei hohen Kosten nicht effizient. Auch die Sprachförderung habe bislang nicht den gewünschten Erfolg gebracht.

Für Schulstaatssekretär Thomas Härtel zeigen die Zahlen, "dass Bildung in Berlin einen hohen Stellenwert hat". Im Vergleich zu vielen Flächenländern gebe es in Berlin mehr soziale Probleme und Integrationsherausforderungen. Das koste auch mehr Personal. Berlin habe darüber hinaus "wie kein anderes Bundesland Lehrpläne modernisiert, Standards und Evaluation eingeführt und auf Qualifizierung der Lehrkräfte gesetzt".

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