Konsequenzen aus der IGLU-Studie ziehen - Selektivität abbauen!
Özcan Mutlu, bildungspolitischer Sprecher, erklärt:
Berlin belegt bei der IGLU-Lesestudie im Bundesländervergleich Platz 14 und hat mit 24,9 Prozent den höchsten Anteil an besonders leseschwachen Kindern. Das zeigt, dass Rot-Rot nach wie vor nicht genügend in die Sprachförderung investiert und kaum Anstrengungen unternommen werden, die Hürden für den Kita-Besuch abzuschaffen, damit allen Kindern der Zugang zur Kita und damit zur frühen Sprachförderung ermöglicht wird. Die IGLU-Studie bestätigt erneut, dass der Bildungserfolg in Berlin, wie in der gesamten Republik, stark von der sozialen Herkunft abhängig ist.
Die Untersuchung zeigt auch, dass die Ungerechtigkeit unseres Bildungssystems weiterhin besteht. Die frühe Auslese muss endlich beendet und die individuelle Förderung auf allen Bildungsstufen gestärkt werden. Eine konsequente Fort- und Weiterbildung der ErzieherInnen und der LehrerInnen ist dafür unerlässlich. Auch die Ausbildung der ErzieherInnen und LehrerInnen muss auf den Prüfstand: mehr pädagogische und fachdidaktische Ausbildungsanteile und mehr Praxisbezug, statt einer einseitigen Fixierung auf die Fachwissenschaften. Die Verbesserung förderdiagnostischer Kompetenzen der LehrInnen gehört ebenso dazu. Eine Stärkung der Elternarbeit und der Elternbildung ist auch dringend von Nöten.
Wir fordern den Senat auf, die Ergebnisse der Studie ernst zu nehmen und die Kitas und Grundschulen personell und materiell zu stärken, um zu mehr Qualität in Berliner Bildungseinrichtungen zu kommen!




