Nicht die Stiefel, die Gesinnung im Kopf ist das Problem!
28.02.2001: Zur Debatte um Kleiderverbote
Der Vorschlag, bestimmte Kleidungsstücke, mit denen sich rechtsextreme Jugendlichen kennzeichnen, zu verbieten, ist kein taugliches Mittel zur Bekämpfung des Rechtsextremismus. Es ist zwecklos, einer menschenverachtenden Grundhaltung zu begegnen, indem man die Kleidung, mit der diese Haltung nach außen getragen wird, in bestimmten öffentlichen Bereichen verbietet. Die Hass- und Gesinnungskumpanei im Milieu faschistischer Schläger wird sich eher noch verfestigen, der gegenseitige ideologische Druck wird wachsen, wenn dem Tragen bestimmter Kleidungsstücke mit einem Mal die Aura des Verbotenen und Widerständigen zukommt.
Statt über sinnlose Verbote von Springerstiefeln nachzudenken, brauchen wir einen entschlossenen Ausbau interkultureller Begegnungs- und Lernorte in allen Bereichen schulischen Lebens und eine entsprechende Fortbildung der Lehrerinnen und Lehrer. Sowohl menschenverachtender Hass als auch Toleranz, Humanität und Aufgeschlossenheit finden im Kopfe statt. Nur dort können sie auch bekämpft oder gefördert werden




