Vorschulische Bildung und Erziehung nötiger denn je!
06.06.2002: Özcan Mutlu, bildungspolitischer Sprecher, und Elfi Jantzen sozialpolitische Sprecherin
Die Ergebnisse der Sprachstandserhebung in den Innenstadtbezirken bestätigen: Nicht die Herkunft, sondern die soziale Herkunft der Kinder ist ausschlaggebend. Die "Spracharmut" der zu fördernden Kinder entspricht der "sozialen Armut" dieser Kinder.
Lediglich ein knappes Viertel der überprüften 9.874 Erstklässler beherrscht die deutsche Sprache hinreichend, über ein Drittel der Kinder weist extreme Defizite auf. Die Sprachkompetenz der Kinder nicht-deutscher Herkunftssprache ist im Bereich der deutschen Sprache im Durchschnitt um circa ein Drittel geringer als die der deutschen Kinder.
Es reicht jedoch nicht aus, wie Herr Böger meint, Sprachfördermaßnahmen in den Schulen zu verstärken. So richtig und wichtig dieser Schritt auch ist, ohne die Stärkung und qualitative Weiterentwicklung der Kitas, ist es nur die halbe Miete.
Die Fraktion Bündnis 90/Die Grünen fordert darum den Senat auf, die Bedeutung der vorschulischen Erziehung und Bildung ernst und von den geplanten Kürzungen Abstand zu nehmen. Die von den Koalitionspartnern vereinbarten Kürzungen lassen sich nicht mit den qualitativen Anforderungen an eine frühkindliche Förderung vereinbaren. Auch einem Finanzsenator müsste spätestens seit der Pisa-Studie klar sein: Wer am Fundament spart, darf sich nicht wundern, wenn das ganze Haus zusammenbricht. Wir fordern vom rot-roten Senat endlich zur Tat zu schreiten und nicht immer nur zur versprechen, wie was besser werden soll!?




