Hort-Plätze für alle Kinder!
07.04.2010: Bild
Auch Fünft- und Sechstklässler sollen betreut werden
Dieser Vater kämpft für alle Berliner Eltern. Erst trotzte Architekt Burkhard Entrup (52, 2 Kinder) dem rot-roten Senat die Einstellung von 1800 zusätzlichen Kita-Erziehern ab. Jetzt nimmt er sich per Volksbegehren die Schul-Horte vor. Seine Kernforderung: Auch Fünft- und Sechstklässler sollen nachmittags betreut werden.
"Spätestens im Mai beginnen wir mit der Sammlung der 20 000 Stimmen, die wir in der ersten Stufe für den Antrag brauchen", so Entrup gestern zu BILD. Mit der Nachmittags-Betreuung für ALLE Grundschulklassen rennt er allerdings offene Türen ein.
Auch Özcan Mutlu (42), Bildungsexperte der Grünen, sagt: "Der Senat muss tätig werden, denn die Lücke ist doch absurd: Hortbetreuung ist einschließlich der 4. Klasse möglich und ab der 7. Klasse wird in den neuen Sekundarschulen eine ganztägige Betreuung angeboten."
In der Union stehen die Signale ebenfalls auf Grün: Jürn Schultze-Berndt (43), CDU-Fraktionschef in Reinickendorf: "Schulen, die den Platz haben, sollten unverzüglich auch Fünft- und Sechstklässler betreuen können. Sonst zwingt man berufstätige Eltern dazu, ihnen den Schlüssel umzuhängen - das finden wir nicht richtig."
Und Rot-Rot? SPD-Bildungsexpertin Felicitas Tesch (52): "Wir nehmen das Anliegen ernst, wissen bloß nicht, woher das Geld kommen soll. Wir warten noch auf Zahlen des Bildungssenators." Grünen-Experte Mutlu rechnet jährlich mit 6 Mio. Euro Mehrkosten.
Entrup, Vorsitzender des Landeselternausschusses, will allerdings mit dem Volksbegehren noch andere Ziele durchsetzen, die Geld kosten. Zum Beispiel: Ein Erzieher auf 16 statt 22 Schüler.




