Sehnsucht nach der Vorklasse
23.06.2010: Tagesspiegel
Die Grundschulreform wird angesichts vieler überforderter Kinder zunehmend infrage gestellt. Viele Eltern und Lehrer wünschen sich die Vorklassen zurück und eine Verschiebung des Einschulungsstichtages.
Fünf Jahre nach dem Inkrafttreten der Grundschulreform wird der Ruf nach der Reform der Reform lauter. Vor dem Hintergrund der ungelösten Probleme mit einer Überzahl überforderter und sozial benachteiligter Kinder mehren sich Stimmen für eine Rückkehr der Vorklassen und eine Verschiebung der Schulpflicht. Zuletzt hatten die vielen „Verweiler“ in der Schulanfangsphase und die zunehmende Zahl von Schülern in der Psychiatrie zu Debatten geführt.
„Man hat das System Grundschule überspannt. Wenn es jetzt kollabiert, muss gehandelt werden“, mahnt die Vorsitzende des Grundschulverbandes, Inge Hirschmann. Dazu könne gehören, dass der Stichtag für die Einschulung wieder verschoben werde. Wer früher schulreif sei, könne ja auf Antrag dennoch eingeschult werden. Auch die Wiedereinführung der Vorklassen als „schulnahe Förderung“ müsse erwogen werden. Dies hätten sie und ihre Stellvertreterin Lydia Sebold schon gegenüber Bildungssenator Jürgen Zöllner (SPD) vorgebracht. Der habe allerdings verhalten reagiert.
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