Kita-Pflicht für den Senat!
Elfi Jantzen, kitapolitische Sprecherin, Özcan Mutlu, bildungspolitischer Sprecher erklären:
Eine Kita-Pflicht zu fordern und gleichzeitig das Angebot in den Kitas immer weiter zu verschlechtern, ist scheinheilig. Offensiv für den Kita-Besuch zu werben, Qualität zu sichern und Kosten zu senken - das ist die Kita-Pflicht des Senats!
Die Personalausstattung in den Kitas wurde reduziert, die Kita-Gebühren erhöht, die flächendeckende Sprachstandserhebung vor Schuleintritt fällt weg, lediglich "Sprachkurse light" sollen eingeführt werden: Vor diesem Hintergrund ist die Forderung der SPD nach einer Einführung der Kita-Pflicht für Kinder mit Entwicklungsdefiziten absurd und frech.
Bevor nach einer Kita-Pflicht gerufen wird, muss erst einmal sichergestellt sein, dass der freiwillige Kita-Besuch für die Kinder mit schlechten Deutschkenntnissen möglich ist: Wurde Kindern mit Sprachproblemen früher ohne Probleme ein Teilzeitplatz (sieben Stunden pro Tag) bewilligt, so erhalten sie heute nur noch Halbtagsplätze (vier Stunden pro Tag). Eine gezielte Sprachförderung ist angesichts der ausgedünnten Personaldecke nicht möglich. Genau hier muss angesetzt werden!
Die Kita-Pflicht ist die falsche Antwort auf die im Sozialstrukturatlas festgestellten Defizite. Erste notwendige Schritte wären stattdessen:
- die Abschaffung der Kita-Gebühren im letzten Kita-Jahr vor der Schule,
- der vollständige Personalausgleich für die durch den Anwendungstarifvertrag entstandenen Lücken,
- sowie ein Personalzuschlag für die gezielte Sprachförderung der Kinder, die diese Förderung brauchen.
Erst wenn das alles getan ist und nicht den erwünschten Erfolg hat, kann über eine Kita-Pflicht diskutiert werden.




