Zöllners Maßnahmen greifen zu kurz – Sprachoffensive gibt es nicht zum Nulltarif
Elfi Jantzen, familienpolitische Sprecherin, und Özcan Mutlu, bildungspolitischer Sprecher, erklären:
Die Fraktion Bündnis 90/Die Grünen begrüßt, dass Senator Zöllner endlich der Forderung nach Evaluation der Sprachförderung nachkommt und die Wirksamkeit und Qualität der Bildungseinrichtungen Kita und Schule verbessern will. "Früher fördern" ist der richtige Weg, um Kindern aus sozial benachteiligten und Migrantenfamilien bessere Bildungschancen zu eröffnen. Die Erhöhung der verpflichtenden Sprachförderung im letzten Jahr vor der Schule auf fünf Stunden ist ein Schritt in die richtige Richtung. Allerdings muss diese Maßnahmen ebenso wie die bessere Förderung in der Schuleingangsphase personell und qualitativ unterfüttert werden!
Für den Ausbau der Sprachförderung ist es auch zwingend erforderlich, dass die Fort- und Weiterbildung der ErzieherInnen und LehrerInnen ausgebaut und die LehrerInnen- und ErzieherInnenausbildung dringend reformiert wird!
Sprachtests für Dreijährige lehnen wir ab, sie machen wissenschaftlich auch keinen Sinn. Um Kinder früher in die Kita zu bekommen, muss das bürokratische Antragsverfahren vereinfacht und in bildungsbenachteiligten Schichten für den frühzeitigen Kitabesuch stärker geworben. Die bestehenden Möglichkeiten wie Anschreiben der Eltern zum dritten Geburtstag, mehr Information und direkte Ansprache über die Bedeutung der Kita z.B. durch KinderärztInnen, Stadtteilmütter und –väter werden bisher unzureichend genutzt.
Eine Sprachoffensive und besser Förderung war längst überfällig, sie ist aber nicht zum Nulltarif zu bekommen, Herr Zöllner!




