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Vorschüler sollen früher Deutsch lernen

26.01.2007: Tagesspiegel

Rot-Rot will Pflichtkurse an die Kitas verlagern

Die Deutschförderung von Kindern aus Migrantenfamilien soll verbessert werden. Die Koalition erarbeitet eine Gesetzänderung, wonach Deutsch-Pflichtkurse für Vorschüler nicht mehr nur sechs, sondern zwölf Monate dauern sollen. Damit das klappt, müssen alle Kinder, die schulpflichtig werden, bereits 15 Monate vor der Einschulung einen Sprachtest absolvieren. Dies kündigte Bildungssenator Jürgen Zöllner (SPD) gestern im parlamentarischen Schulausschuss an.

Das ist aber nicht die einzige Änderung. Anders als bisher sollen die Pflichtkurse für alle Kinder künftig in der Kita stattfinden. Bislang absolvierten die Kinder, die keine Kita besuchten, den Kurs überwiegend an Grundschulen. Dies aber hat sich als wenig praktikabel erwiesen. An den Kitas wäre es leichter zu organisieren, weil sie ohnehin Deutschförderung für Vorschüler anbieten müssen.

Die Bildungsverwaltung erhofft sich von der kompletten Verlagerung an die Kitas noch einen anderen Effekt: Da das letzte Kitajahr vor der Einschulung ohnehin beitragsfrei ist, wird erwartet, dass viele Eltern ihre Kindern dann nicht nur zum dreistündigen Deutschkurs in die Kita bringen, sondern sie gleich noch länger dort lassen. Dann könnten die Kinder über den Kurs hinaus angeregt werden.

Die Oppositionsparteien im Abgeordnetenhaus befürchten allerdings, dass die personelle Ausstattung in den Kitas nicht ausreicht, um eine gute Sprachförderung anbieten zu können. Überhaupt bezweifeln sie, dass das anspruchsvolle neue Bildungsprogramm der Kitas umgesetzt wird. Zöllner kündigte an, dass die Arbeit der Kitas jetzt ausgewertet werden soll. Mittels europaweiter Ausschreibung wird ein Institut gesucht, dass alle Kitas in Augenschein nehmen soll. Rund 300 000 Euro pro Jahr werden dafür veranschlagt.

Unzufrieden sind insbesondere die Grünen darüber, dass bisher nicht ermittelt wird, wie erfolgreich Deutsch als Zweitsprache an den Berliner Schulen unterrichtet wird. Über 700 Stellen stehen dafür zur Verfügung. "Wir müssen doch alle Interesse daran haben, dass diese Mittel effektiv eingesetzt werden", mahnte der Abgeordnete Özcan Mutlu. CDU und FDP sehen das ähnlich.sve

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