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Zöllners Qualitätspaket: Gut gemeint ist nicht gut gemacht!

Özcan Mutlu, bildungspolitischer Sprecher und Elfi Jantzen, familienpolitische Sprecherin, erklären zum Qualitätspaket von Senator Zöllner::

Qualität wird nicht durch Ankündigungen, sondern durch die Umsetzung konkreter Maßnahmen erreicht. Senator Zöllner bleibt die Antwort auf die Frage schuldig, wie die Maßnahmen im einzelnen finanziert werden und welche Personalressourcen dafür bereitgestellt werden sollen. Auch wenn der Senat über vier Jahre dafür gebraucht hat, um ein Qualitätspaket vorzustellen, sind viele der Maßnahmen durchaus geeignet, die Bildungsqualität zu steigern.

Trotzdem gibt es bei einigen der Vorschläge Skepsis:

■Die Stärkung der frühkindlichen Sprachförderung ist zu begrüßen. Allerdings bleibt offen, mit welchen zusätzlichen Ressourcen der Senat die zusätzliche Sprachförderung erreichen will. Die Erhöhung der Förderstunden von 3 auf 5 Stunden kann nur mit zusätzlichem Personal gewährleistet werden. Notwendig ist es, stärker auf die Sprachumgebung im Kita-Alltag zu achten und insbesondere die ErzieherInnen darin fortzubilden und zu unterstützen, eine anregende Sprachsituation und Sprachanlässe zu schaffen. Sie sind dabei die tragenden Sprachvorbilder.

■Es ist durchaus sinnvoll, Schulinspektionsberichte und andere Berichte zu veröffentlichen. Wichtig ist dabei, dass die Veröffentlichungen nicht zu einem Ranking führen. Das Vorhaben, mehr Transparenz herzustellen, führt nicht automatisch zu einer Qualitätsverbesserung. Hier sind gezielte Maßnahmen nötig, welche die Schulen unterstützen und zu besseren Qualitätsergebnissen führen.

■Die Veröffentlichung der Unterrichtsversorgung der einzelnen Schule ist aus Transparenzgründen sinnvoll, aber Unterrichtsausfall bekämpft man durch mehr Personal, vor allem in den Mangelfächern, und nicht durch Veröffentlichung.

■Es bleibt auch ein Geheimnis des Senators, wie mit ungeeignetem Leitungspersonal in Schulen umgegangen werden soll. Eine solche Maßnahme ohne eine personalrechtliche Prüfung anzukündigen, führt nur zur Verunsicherung und sorgt nicht für mehr Qualität.

Zu begrüßen ist die neue Anerkennungskultur, die in Berliner Schulen Fuß fassen soll. Dennoch ist diese nicht zu erreichen, wenn die Rahmenbedingungen nicht stimmen, Berliner Schulen brauchen eine bedarfsgerechte Finanzierung, vor allem für Grundschulen, und eine gute Personalausstattung, die Qualitätsentwicklung erst ermöglicht. Es muss sichergestellt werden, dass alle SchülerInnen individuell gefördert werden und kein Kind zurückbleibt.

Bildung in Berlin muss zu einem Gütesiegel werden. Das gibt es nicht zum Nulltarif!

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