Rassistischer Alltagskultur auf allen Ebenen entgegentreten
Die gestern vom Berliner Integrationsbeauftragten vorgestellten Kommunalanalysen des Zentrums für Demokratische Kultur zeigen, wie sehr Rassismus und Antisemitismus in Alltagskulturen verwurzelt sind. Solche detaillierten Studien sind wichtig, um Gefahren für die Demokratie gezielt entgegentreten zu können. Sie erhellen den Hintergrund, vor dem sich der besorgniserregende Anstieg rechter Straftaten abspielt.
Weit über zehn Prozent der Bevölkerung vertreten rechtsextreme Meinungen. Diese zu ändern und zu bekämpfen, bedarf es einer deutlichen Ächtung und einer Vielzahl von Maßnahmen.
Jetzt gilt es, aus den Studien Konsequenzen zu ziehen: Das Engagement gegen Rassismus muss fortgeführt und verstärkt werden. Dies kann nicht allein der Polizei oder dem Verfassungsschutz überlassen werden. Zivilgesellschaftliche Initiativen brauchen Unterstützung, und die Jugendarbeit bleibt ebenso gefordert wie die Schulen. Nicht quantitative sondern qualitative Jugendarbeit ist nötig. Eine gute Jugendarbeit erfordert im Umgang mit Rechtsextremismus geschultes Personal, welches demokratische Werte glaubhaft verteidigt und vermittelt.
Auch die Schulen müssen ihren Beitrag leisten. Gemeinsam aufwachsen mit Menschen unterschiedlicher Herkunft, das frühzeitige Erlernen anderer Sprachen, das Wissen um interkulturelle Sitten und Gebräuche verschafft Respekt und Achtung unter Menschen verschiedener Kulturen. Interkulturelle Erziehung lässt Grenzen in den Köpfen erst gar nicht entstehen. Ganz im Gegenteil - sie fördert den Dialog, schafft Begegnungen und baut Ängste ab.
Auch PolitikerInnen haben die Aufgabe, jedwedem Rassismus entgegenzutreten. Wer MigrantInnen nur als Sicherheitsrisiko thematisiert, darf sich über die Erosion der demokratischen Kultur nicht wundern.




