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Respekt zeigen

14.03.2007: Aktionswoche gegen Rassismus startet Samstag

Letzten Sonntag war es wieder so weit: am Bahnhof Ludwigsfelde beschimpften fünf Männer einen Afrikaner, bewarfen ihn mit einer Flasche und schubsten ihn auf die Gleise. Zum Glück blieb er unverletzt - körperlich wenigstens. Die Männer waren jung und betrunken, was vielleicht eine Erklärung, aber keine Entschuldigung ist. "Alltäglicher Rassismus darf nicht bagatellisiert oder zu den Akten gelegt werden", meint Ex-Regierungssprecher Uwe-Karsten Heye, Vorsitzender des Vereins "Gesicht zeigen!".

Alle Deutschen trügen Verantwortung dafür, dass alle Menschen - egal welcher Hautfarbe - hier respektiert würden und friedlich leben könnten. Heyes von vielen Prominenten aus Politik und Showgeschäft unterstützter Verein startet Samstag zusammen mit dem Interkulturellen Rat die siebte bundesweite Aktionswoche gegen Rassismus. Bundesweit gibt's über 400 Veranstaltungen. Auch in Berlin. Besonders wirksam sind die Promibesuche in Berliner - und Brandenburger - Schulen. 14 Politiker aus Bundestag und Abgeordnetenhaus gehen in ihre Wahlkreise. Die Grünen-Abgeordneten Bilkay Öney und Özcan Mutlu diskutieren zusammen mit Schauspieler Erdal Yildiz mit den Schülern über Rassismus. Und TV-Moderatorin Ulla Kock am Brink liest Kurzgeschichten von David Sedaris, die sich um Ausgrenzung drehen.

Schwerpunkt ist Alltagsrassismus. Damit befassen sich bis zum 25. März zahlreiche Abendveranstaltungen, die der seit 2000 bestehende Verein "Gesicht zeigen!" organisiert. Am 20. März gibt's eine Filmvorführung und Diskussion mit Regisseur Andreas Veiel im Kino Babylon. Titel des Abends über den Mord im uckermärkischen Potzlow "Der Kick - ein Lehrstück über Gewalt". Um die umstrittene Umbenennung der Treitschkestraße in Steglitz dreht sich eine Diskussion am 21. März: Die Juden sind unser Unglück - Heinrich von Treitschke und der deutsche Antisemitismus. Am 23. März geht's bei der Filmvorführung und Diskussion "Crime: Berlin" im Anne-Frank-Zentrum um den Mord an Hatun Sürücu. Der Deutsche Fußballbund macht übrigens auch mit: mit Stadiondurchsagen bei Bundesligaspielen. Von Gunda Bartels Mehr Infos und das komplette Programm unter www.gesichtzeigen.de

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