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Bittere Wahrheiten ernst nehmen

20.03.2007: Bericht des UN-Sonderberichterstatters Muñoz erfordert grundlegende Reformen!

Özcan Mutlu, bildungspolitischer Sprecher, erklärt:

UN-Sonderberichterstatter Vernor Muñoz hat einen unverstellten Blick auf unser Bildungswesen gewagt. Seine Erkenntnisse decken sich vollständig mit zahlreichen internationalen Studien. Statt den UN-Sonderbeauftragten zu beschuldigen, sollten die Länder Bildungsminister -und senatoren den Bericht Ernst nehmen und nachhaltige Lösungen für die anhaltende Bildungsmisere suchen.

Der in Deutschland katastrophal enge Zusammenhang von Bildungserfolg und sozialer Herkunft wirft für die UN berechtigterweise die Frage nach der Verwirklichung des Rechts auf Bildung in Deutschland auf. Insbesondere Kinder von MigrantInnen haben es schwer in der deutschen Schule. Sie sind mit den Kindern aus sozialschwachen Elternhäusern die Bildungsverlierer unseres mehrgliedrigen Schulsystems. Wir begrüßen die Initiative der UN und verbinden damit die Hoffnung, dass die Politik endlich die notwendigen Konsequenzen aus dem Bericht des UN-Sonderberichtserstatters zieht.

Wir fordern die Bundesregierung auf, gemeinsam mit den Ländern einen Bildungsgipfel zur Bekämpfung der Bildungsmisere auszurufen. Die Kleinstaaterei in der Bildungspolitik, die durch die Föderalismusreform weiter verstärkt wurde, darf nicht zur Lasten der Zukunft unserer Kinder gehen.

Bildungsreformen können nur gelingen, wenn endlich ein Schulsystem geschaffen wird, in dem alle Begabungsreserven jedes einzelnen Kindes ausgeschöpft werden. Es ist eine gesamtstaatliche Aufgabe, ALLEN Kindern dieselben Bildungschancen zu gewähren. Um in Berlin die Chancen von Kindern aus sozialschwachen Familien und mit Migrationshintergrund nachhaltig zu verbessern, müssen die Schulen in sozialschwachen Gebieten stärker gefördert werden. Dazu zählt der Ausbau von Ganztagsangeboten und eine Bildungsoffensive für Kinder nichtdeutscher Herkunftssprache!

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