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Bildungspolitiker uneins über die Zukunft der neuen Rechtschreibung

Sollte die Rechtschreibreform zurückgenommen werden oder nicht? Während sich der Regierende Bürgermeister Klaus Wowereit, Schulbuchverlage und der Landeselternausschuss eindeutig dagegen ausgesprochen haben, die Reform zu kippen, ist die Meinung bei Berliner Bildungspolitikern geteilt. "Die Diskussion um eine Rücknahme hätte viel früher geführt werden müssen, aber es ist noch nicht zu spät für eine Umkehr", sagte der Schulexperte der Grünen, Özcan Mutlu. Die Reform sei von Anfang an ein Fehler gewesen.

Das sieht auch Michael Borgis, CDU-Abgeordneter und Vorsitzender des parlamentarischen Schulausschusses, so. Seiner Ansicht nach sollte der Ausschuss Bildungssenator Klaus Böger (SPD) auffordern, sich in der Kultusministerkonferenz für eine Rückkehr zur alten Schreibweise einzusetzen. Die Reform habe nicht zur Vereinfachung der Schriftsprache beigetragen, sondern eher zur Verwirrung, argumentiert Borgis. "Die neuen Regeln werden weder in Zeitungen noch Schulen konsequent angewendet."

Nach Ansicht von FDP-Bildungsexpertin Mieke Senftleben macht das Kommando "zurück" sechs Jahre nach der Einführung dagegen keinen Sinn: "Das wäre unverantwortlich gegenüber der Hälfte der Schüler, die nichts anderes als die neue Schreibweise kennen." Allenfalls sollte, so Senftleben, nachgebessert werden und "Verwirrungen, zum Beispiel bei der Getrennt- und Zusammenschreibung, beseitigt werden". Der Kultusministerkonferenz möchte die FDP-Frau diesen Feinschliff aber nicht überlassen. Sie schlägt vor, für die Nachbesserungen eine Kommission aus Sprachwissenschaftlern und Bildungsexperten zu gründen. "Das geht schneller und ist politisch neutraler."

Die bildungspolitische Sprecherin der SPD, Felicitas Tesch, würde vorerst sogar auf Nachbesserungen verzichten. "Wir haben uns für die Reform entschieden, jetzt sollten wir das auch durchziehen." Eine Rücknahme der Reform sei aus pädagogischen und finanziellen Gründen nicht vertretbar. "Dann müssten die Eltern wieder alles neue Bücher kaufen."

chb

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