Verwaltung muss Integration fördern statt behindern!
Jasenka Villbrandt, flüchtlingspolitische Sprecherin, und Özcan Mutlu, migrationspolitischer Sprecher, erklären:
Völlig zu recht kritisiert der Landesmigrationsbeirat die unhaltbaren Zustände in der Berliner Ausländerbehörde. Nach wie vor werden hier MigrantInnen nur als Problemfälle betrachtet, von einer für sie nicht transparenten Bürokratie verwaltet oder abgeschoben.
Ein Problem, das sich durch alle Verwaltungsbereiche zieht: MigrantInnen werden nicht als Chance begriffen, deren Integration es zu fördern statt zu blockieren gilt. Das ist angesichts des extrem niedrigen Anteils von Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern nichtdeutscher Herkunft in den Berliner Verwaltungen nicht verwunderlich. Dieser negative Trend wird verstärkt durch einen kontinuierlichen Rückgang von Auszubildenden nichtdeutscher Herkunft. Hier gilt es endlich umzusteuern.
Selbstverständlich gehören gute Deutschkenntnisse zu den Voraussetzungen für einen gelungene Integration. Aber Integrationspolitik kann sich nicht darauf beschränken, Nichtdeutsche zum fleißigen Spracherwerb aufzufordern. MigrantInnen müssen erfahren können, dass sich eigene Integrationsleistungen auch lohnen. Das funktioniert nicht, wenn sie von Verwaltungen als Fremdkörper behandelt werden, wenn sie trotz guter Deutschkenntnisse keine Arbeit finden oder sogar abgeschoben werden. Eine solche Praxis kann sich Berlin nicht mehr leisten. Es muss endlich die Chancen und Potenziale der Einwanderungsgesellschaft nutzen.
Viele Forderungen, die am heutigen Integrationstag erhoben wurden, sind richtig und wichtig. Es ist jetzt an der Zeit, die guten Worte und Ideen auch umzusetzen. Integration ist eine Aufgabe für 365 Tage im Jahr.




