WillkommenHosgeldinizWelcomeBienvenue LinksNewsletter-AboMeine TermineSitemapSucheRSS-Feed einbindenImpressum
Presse
Presseerklärungen
Presseecho
Pressefotos
Gastbeiträge
Must-Read
Videos
Türkische Beiträge / Türkçe
Englische Beiträge / English
Themen
Dokumente
Persönliches
English
Türkçe
Kontakt
Startseite >> Presse

Wahlkampf in Kreuzberg

15.10.2001: (Focus) Im Kreuzberger Wahlkreis 603 dominieren türkischstämmige Kandidaten den Wahlkampf. Nur SPD und CDU präsentieren deutschstämmige Bewerber. Ein FDP-Mann will dem grünen Lokalmatador das Direktmandat vermasseln. - Von Henning Krumrey

Heimspiel-Stimmung empfängt den Grünen-Abgeordneten Özcan Mutlu in der Bäckerei von Ali Riza Durmus im Neuen Kreuzberger Zentrum. Beide stammen aus dem türkischen Ort Kelkit. Heute, nach 28 Jahren im Bezirk Kreuzberg, vertritt Mutlu den Wahlkreis 603 im Abgeordnetenhaus. Einer von nur zwei Grünen, die in Bund und Ländern ein Direktmandat gewonnen haben. Die Konkurrenz hat die Bedeutung der rund 3000 wahlberechtigten deutsch-türkischen Einwanderer im Wahlkreis erkannt, wo selbst der Optiker Günther Bey sein Schaufenster zweisprachig dekoriert. Diesmal treten hier gleich vier türkischstämmige Kandidaten an. Gegen Mutlu kandidiert ein Parteiloser, der der islamistischen Milli Görüs zugerechnet wird, neben einem PDS-Mann.

Der quirligste Herausforderer: Mehmet Daimagüler, Vorsitzender der Liberalen Türkisch-Deutschen Vereinigung und Mitglied im FDP-Bundesvorstand. Blau-Gelb gegen Grün im Berliner Kiez. Daimagüler will Mutlu mindestens so viele Stimmen abjagen, dass es fürs grüne Direktmandat nicht mehr reicht.

David gegen Goliath. Rund 4700 Stimmen brachte Mutlu bei der Abgeordnetenhauswahl 1999 zusammen, 157 die FDP - oder waren es gar nur 112, wie Mutlu dem Widersacher vorrechnet?

Egal. "Wir waren hier jahrelang gar nicht präsent", gesteht Daimagüler, der die junge Bezirksliste anführt. Seine Partei stoße jetzt auf überraschend viel Wohlwollen. "Wir hatten gedacht, uns würden die Stände demoliert, aber nichts ist passiert."

Weil auch die zugewanderte Bevölkerung sich immer differenzierter entwickle, sieht Daimagüler auch für die FDP gute Chancen. "Ich bin der Bürger-Türke, Mutlu ist der Öko-Türke." Eine wichtige Zielgruppe sind für ihn die selbstständigen Landsleute, die Restaurantbesitzer und Einzelhändler. Mutlu bleibt jedoch gelassen: "Hier wohnt Ali Normaltürke."

Derzeit ein heißes Thema: der Religionsunterricht für Muslime, den die Islamische Föderation vor Gericht durchgesetzt hat. Daimagüler will "den Koran-Unterricht aus den Hinterhöfen herausholen. Der Lehrplan muss natürlich dem Grundgesetz entsprechen." Mutlu dagegen wünscht sich "religionsübergreifenden Unterricht" in der Verantwortung des Staates.

Wenn sie auch im Wahlkampf darauf setzen, beide wollen sich nicht auf ihre Herkunft reduzieren lassen. "Wenn wir in den Senat kommen, schaffen wir die Ausländerbeauftragte und die Ausländerbeiräte ab", verspricht Daimagüler - als Zeichen fortschreitender Integration. Mutlu, vom Vorzeige-Einwanderer zum bildungspolitischen Sprecher avanciert, will zumindest auf die Beiräte verzichten: "Da wird Partizipation nur vorgegaukelt."

Späte Einsicht ist auch gut – KMK stoppt Schultrojaner, wir gratulieren!
07.05.2012 | (Presse) [mehr]
Neue Regelung, viel Kritik: Ganztagsbetreuung für Fünft- und Sechstklässler
10.04.2012 | Tagesspiegel (Presse) [mehr]
Putzplan aus den 90ern
26.03.2012 | Tagesspiegel (Presse) [mehr]


Banner: atom
Banner: klima
Banner: mitglied-werden
Zum SeitenbeginnDruckversion für die SeiteSeite versenden