Nicht nur Ankündigen sondern Handeln!
25.11.2002: Özcan Mutlu, bildungspolitischer Sprecher, erklärt:
Wir begrüßen die Vorhaben von Schulsenator Böger, flächendeckend Ganztagsschulen im Grundschulbereich als auch den brandenburgischen Werteunterricht (LER) in Berlin einzuführen. In Anbetracht der bisherigen bildungspolitischen Entscheidungen des rot-roten Senats bleibt zu hoffen, dass es wenigstens diesmal Ernst gemeint ist!
Zu Ganzstagsschulen: Ganztagsangebote tragen unter methodischen, erzieherischen sowie zeitlich-organisatorischen Aspekten erheblich zur notwendigen Qualitätsverbesserung der schulischen Bildung bei, insbesondere zur Vermeidung von Benachteiligungen und für die Förderung von Begabungen. Kinder können in Schulen mit Ganztagsangeboten besser gegenseitig von ihren Kompetenzen profitieren. Sie können die heute viel geforderten sozialen Schlüsselqualifikationen besser ausbilden. Ganztagsschulen benötigen zusätzlich zu den Lehrenden kompetentes Personal u.a. zur Förderung von Kreativität, praktischer und sozialer Arbeit außerhalb von Unterricht. Voraussetzungen sind ein klares pädagogisches Konzept, eine gute Zusammenarbeit zwischen den pädagogischen und sozialpädagogischen Fachkräften sowie eine entsprechende Qualifizierung der Lehrkräfte, der Schulleitung und der sozialpädagogischen Mitarbeiter/innen. Alles andere wäre eine Mogelpackung und abzulehnen!
Zum LER: In einer zunehmend multikulturellen und multireligiösen Bevölkerung gibt es einen wachsenden Bedarf an Informationen über Weltdeutungssysteme, Weltanschauungen und Religionen. Daher befürworten wir die Einrichtung eines eigenständigen, religiös und weltanschaulich neutralen Schulfaches, das sich mit Werte- und Sinnfragen auseinandersetzt und ein breites Grundwissen über Religionen und Weltanschauungen vermittelt. Das dient dem gegenseitigen Verständnis von Schülerinnen und Schülern unterschiedlicher kultureller und religiöser Zugehörigkeit. Voraussetzung für den pädagogischen Erfolg ist, dass die Schülerinnen und Schüler miteinander und voneinander lernen und nicht getrennt nach Konfessionen unterrichtet werden. Nur ein derartiges Pflichtfach bietet die Gewähr für einen Austausch zwischen den Religionen und Weltanschauungen. Konfessionsgebundener Religionsunterricht kann weiter freiwillig stattfinden.




