PISA Ergebnisse ernst nehmen - endlich Konsequenzen ziehen!
Die neuen PISA-Ergebnisse unterstreichen deutlich, dass unser Schulsystem in einer Krise steckt. Die Erkenntnisse der PISA-Studie werden in Deutschland viel zu schleppend umgesetzt. Grundlegende Bildungsreformen sind nicht in Sicht.
Ein Kernproblem unserer Schulen liegt in dem überkommenen Unterrichtsverständnis: Möglichst homogene Schülergruppen sollen in der gleichen Zeit das Gleiche lernen. Damit werden weder Leistungsstarke noch Leistungsschwache gefördert. Nirgendwo in Europa werden sozial benachteiligte Kinder, insbesondere diejenigen aus Migratenfamilien, so wenig gefördert wie in Deutschland. Das gegliederte deutsche Schulsystem vernachlässigt sozial benachteiligte SchülerInnen.
Es ist an der Zeit, das gegliederte Schulsystem aufzugeben. Zahlreiche Länder haben ihre Bildungssysteme erfolgreich reformiert. Viele dieser erfolgreichen Länder haben eine Gemeinsamkeit: Die Schülerinnen und Schüler werden möglichst lange gemeinsam unterrichtet. Individuelle Förderung ist in diesen Ländern keine Floskel, sondern die Regel. Deshalb fordern wir mittel- bis langfristig eine integrative Schule, in der alle Schülerinnen und Schüler bis zur 10. Klasse gemeinsam mit- und voneinander lernen.
Überfällig ist eine Debatte um Zensuren - von Objektivität derselbigen kann aufgrund der vorliegenden Untersuchungsergebnisse kaum mehr die Rede sein. Alte Zöpfe aus der Kaiserzeit, wie das Sitzenbleiben, müssen hinterfragt werden.
Die Aus- und Fortbildung von Lehrkräften und ErzieherInnen hat eine Schlüsselrolle bei der Reform des Bildungswesens: In der Lehrerbildung muss der Schwerpunkt auf dem Bildungsauftrag der Schule liegen und nicht auf der Fachwissenschaft. Die LehrerInnen brauchen mehr pädagogische und didaktische Fähigkeiten




