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Berlin stellt nur 281 neue Referendare für die Schulen ein

Schlechte Aussichten für Berlins Lehrernachwuchs: Das Land wird zum kommenden Schuljahr nicht nur weniger Lehrer einstellen als geplant. Auch 80 Prozent der Hochschulabsolventen, die sich um den Referendardienst an einer Schule beworben haben, gehen zum Einstellungstermin im Januar 2005 leer aus. Nach Angaben der Lehrergewerkschaft GEW werden nur 281 der etwa 1300 Bewerber eingestellt. Darunter sind lediglich 26 für die Grundschulen und 24 für Sonderpädagogik. Grund für die geringe Einstellungsquote: Das Land streicht 2005 und 2006 jeweils 200 der 1900 Referendariatsplätze: "Die Betroffenen empfinden es als Hohn, wenn Bildungssenator Klaus Böger Quereinsteiger und Erwerbslose mit 1-Euro-Jobs in den Schulen einsetzen will, aber denjenigen, die Lehramt studiert haben, keine Chance gibt", ärgert sich die stellvertretende Vorsitzende der GEW, Rose-Marie Seggelke.

Unterdessen haben Bildungsexperten von Koalition und Opposition mit Empörung auf die Nachricht reagiert, daß zum kommenden Reformschuljahr weniger neue Lehrer eingestellt werden sollen als geplant. "Ich bin entsetzt", sagte die bildungspolitische Sprecherin der SPD, Felicitas Tesch. "Wir brauchen junge Lehrer." Nur 240 statt 750 Neueinstellungen, mit denen die GEW rechnet, seien nicht akzeptabel. Für den grünen Bildungsexperten Özcan Mutlu ist es "ein Skandal, daß einerseits Reformen beschlossen werden, andererseits das Personal dafür nicht eingestellt wird". FDP-Bildungsexpertin Mieke Senftleben fragt sich vor diesem Hintergrund, wo die Lehrer für die 13 000 zusätzlichen Schulanfänger im kommenden Jahr herkommen sollen. Die Freien Demokraten wollen das Thema noch einmal im Parlament zur Sprache bringen. Neueinstellungen seien unverzichtbar, ist auch die bildungspolitische Sprecherin der CDU, Katrin Schultze-Berndt, überzeugt: "In den vergangenen Jahren haben die Lehrer ständig nur eine Ausweitung ihrer Aufgaben oder Arbeitszeiten erfahren. Darunter leidet die Qualität der Bildung."

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