Alte Partner, neu entdeckt
Wowereit knüpfte Kontakte in Istanbul und hatte Zeit für Fußball Fünf Tage lang ist der Regierende Bürgermeister Klaus Wowereit (SPD) in Istanbul, der Partnerstadt Berlins, unterwegs gewesen. Mit dem Ziel, die Verbindung, die zwischen den beiden Metropolen eigentlich nur auf dem Papier existiert, wieder zu beleben. "Wir sind ein gutes Stück vorangekommen", sagte Senatssprecher Michael Donnermeyer am Freitag. So unterzeichnete Wowereit gemeinsam mit Istanbuls Oberbürgermeister Kadir Topbas eine Vereinbarung, nach der konkrete Projekte in Angriff genommen werden sollen. Zum Beispiel beim Schüler- und Studentenaustausch. In Istanbul gibt es etliche Schüler, die die deutsche Sprache lernen, aber keine Partnerschulen in Berlin finden. Das müsse sich ändern, so Wowereit. Er wolle bei der Suche nach Schulen helfen, kündigte er beim Besuch eines Gymnasiums an.
An einer engeren Zusammenarbeit mit einem Krankenhaus in Istanbul hat auch die Berliner Charité Interesse. Wowereit schaute sich die türkische Klinik vor Ort an. Geplant sind nun ein Ärzteaustausch und Unterstützung bei der Ausbildung der Mediziner - sowohl in der Türkei, also auch in Berlin.
Vor elf Jahren war zum letzten Mal ein Regierender Bürgermeister aus Berlin in der Partnerstadt. "Die Verbindung hatte relativ wenig Subtanz", sagte Senatssprecher Donnermeyer. Wowereit lud Oberbürgermeister Topbas nun zu einem Gegenbesuch nach Berlin ein. Und sicherte diesem die Unterstützung hinsichtlich des Beitritts der Türkei zur Europäischen Union zu. Immer wieder wurde diese Frage - und die Konsequenzen nach einem möglichen Regierungswechsel in der Deutschland - angesprochen. Wowereit plädiert für den Beitritt der Türkei.
Die Probleme bei der Integration der Ausländer in Berlin spielten bei dem Besuch nur am Rande eine Rolle. "Das sind ja unsere Sorgen", sagte Senatssprecher Donnermeyer. In Istanbul werde die Diskussion in Deutschland aber sehr genau verfolgt. Zur Delegation Wowereits gehörte auch der Neuköllner Bürgermeister Heinz Buschkowsky (SPD), der die Integrationspolitik als gescheitert ansieht.
Drei Karten fürs Endspiel
Wowereits Programm war mit offiziellen Terminen nicht sehr voll gepackt, da blieb auch Zeit für Stadtbummel und Basarbesuch, zur Besichtigung des Topkapi-Palastes und natürlich für das Fußballspiel. Wie der Zufall es wollte, fand am Mittwochabend das Endspiel der Champions League in Istanbul statt. Drei Karten gab es für das seit langem ausverkaufte Spiel für Wowereit und seine Begleiter. Viele wären gerne mit zu dem Spiel Mailand gegen Liverpool gegangen, die Glücklichen waren dann Wowereits Referent Jens Holtkamp und der Grünen-Abgeordnete Özcan Mutlu.
Am Sonnabend fliegt der Regierende Bürgermeister nach Berlin zurück. Einen Termin hat er noch am gleichen Abend: Im Olympiastadion findet das DFB-Pokalfinale Bayern München gegen Schalke 04 statt.




