IGLU ernst nehmen und konsequent in Sprachförderung investieren
Özcan Mutlu, bildungspolitischer Sprecher, erklärt:
Bei der Internationalen Grundschul-Leseuntersuchung (IGLU) belegt Deutschland den 11. Platz unter 35 Ländern. Eine Verbesserung im Vergleich zu den Vorjahren, auf der man sich jedoch nicht ausruhen darf - denn die Untersuchung belegt auch, dass die Ungerechtigkeit unseres Bildungssystems weiter besteht.
Die Studie zeigt, dass immer noch Kinder "ohne Migrationshintergrund" deutlich bessere Leseleistungen erzielen als Kinder mit Migrationshintergrund. Genauso bedenklich und alarmierend sind die Ergebnisse unterer sozialer Schichten. Die Benachteiligung von Kindern aus sozialschwachen Elternhäusern besteht fort und hat sich verschärft. Arbeiterkindern und Kindern mit Migrationshintergrund wird der Gymnasialbesuch seltener zugetraut als Kindern aus Akademikerhaushalten. IGLU bestätigt leider erneut, dass Bildungserfolg in unserem Land immer noch von der sozialen Herkunft abhängig ist. Das ist ein Skandal und nicht mehr hinnehmbar!
Umso problematischer ist es, dass gerade jetzt die Mittel für die Sprachförderung - entgegen aller Versprechen des Senators - zurückgefahren werden und kaum Anstrengungen unternommen werden, die Hürden für den Kita-Besuch abzuschaffen und für alle Kinder rechtzeitig den Zugang zur Kita zu ermöglichen. Die frühe Auslese muss endlich beendet, die individuelle Förderung, insbesondere der Kinder mit Migrationshintergrund, muss gestärkt werden. Eine konsequente Fort- und Weiterbildung der ErzieherInnen und der LehrerInnen ist unerlässlich.
Wir fordern den Senat auf, die IGLU-Ergebnisse ernst zu nehmen sowie die Kitas und Grundschulen personell und materiell, insbesondere hinsichtlich der Sprachförderung zu stärken!
(c) Bündnis 90/Die Grünen im Abgeordnetenhaus - Berlin




