Zöllner: PISA-Ergebnisse noch kein Grund zum Jubeln
04.12.2007: dpa
Erstmals haben deutsche Schüler bei der PISA-Studie im Bereich Naturwissenschaften einen Rang oberhalb des OECD-Durchschnitts erreicht. Deutschland belegt Platz acht unter den 30 OECD-Staaten, wie das OECD-Berlin-Centre am Dienstag mitteilte. Der Präsident der Kultusministerkonferenz (KMK), Berlins Bildungssenator Jürgen Zöllner (SPD), sagte, die Ergebnisse seien "kein Grund zu großem Jubel, aber zur Zuversicht".
Zu verzeichnen seien "erfreuliche Steigerungen sowohl für die Leistungsschwächeren als auch für die Leistungsstärkeren", betonte Zöllner. Allerdings gelte es, vermehrte Anstrengungen zu unternehmen, um die Schulleistungen von sozialer Herkunft und Migration unabhängig zu machen.
Der bildungspolitische Sprecher der Grünen-Fraktion, Özcan Mutlu, sagte, die neuen Ergebnisse zeigten, dass sieben Jahre nach dem ersten "PISA-Desaster" immer noch die soziale Herkunft über den Bildungserfolg junger Menschen entscheide. Schüler aus sozial schwachen Familien und mit Migrationshintergrund hätten es weiterhin extrem schwer im Schulsystem.
Die deutschen 15-jährigen Schüler erreichten in der jüngsten PISA-Studie bei den Naturwissenschaften 516 Punkte. Das Mittel der Länder, die in der "Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung" (OECD) organisiert sind, lag bei 500 Punkten. Bei der Lesekompetenz und der mathematischen Kompetenz liegen die Leistungen der deutschen Schüler im OECD-Mittelfeld.




