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Aus PISA-E lernen heißt, alle Begabungen fördern!

Özcan Mutlu, bildungspolitischer Sprecher, erklärt:

Die aktuelle Pisa-Studie zeigt, dass die Chancen, ein Gymnasium besuchen zu können, vor allem von der sozialen Herkunft abhängt. Schülerinnen und Schüler aus sozial schwächeren Familienverhältnissen und mit Migrationshintergrund haben es extrem schwer. Die fehlende soziale Gerechtigkeit bleibt das länderübergreifende Manko in Deutschland.

Für BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN steht daher fest: Die Bildungsreform kann nur gelingen, wenn endlich ein Schulsystem geschaffen wird, in dem alle Begabungsreserven jedes einzelnen Kindes ausgeschöpft werden. Während andere OECD-Staaten sowohl aus volkswirtschaftlichen als auch aus sozialpolitischen Gründen darauf setzen, möglichst alle Schüler optimal zu fördern und die Gruppe der "Leistungsschwachen" klein zu halten, gelingt das den deutschen Bundesländern, insbesondere Berlin kaum. Dadurch wird Jugendlichen die Chance auf Teilhabe am gesellschaftlichen Erfolg verwehrt. Es ist eine gesamtstaatliche Aufgabe, ALLEN Kindern dieselben Bildungschancen zu gewähren, damit sie ihre jeweiligen Potenziale entfalten können. Die Qualität vorschulischer Bildung und Erziehung zu verbessern, ist hierfür ein wichtiger Schlüssel.

Um in Berlin die Chancen von Kindern aus sozial schwachen Familien und mit Migrationshintergrund wesentlich zu verbessern, müssen die Schulen in sozialen Brennpunkten bzw. mit einem hohen MigrantInnenanteil zusätzlich gefördert werden. Eltern von Kinder mit Migrationshintergrund müssen einerseits selbst gefördert werden und anderseits müssen sie Verantwortung für die Bildung ihrer Kinder übernehmen. Die gezielte Förderung von Schulen in Problemquartieren, Ausbau von Ganztagsangeboten, Stärkung der Zusammenarbeit zwischen Schule und Jugendhilfe, eine Bildungsoffensive für Kinder nichtdeutscher Herkunftssprache, Abschaffung des Sitzenbleibens und Reduzierung der Klassenfrequenzen sind Themen die verstärkter finanzieller Förderung und Sicherung bedürfen. Auch einem Finanzsenator müsste spätestens seit der Pisa-Studie klar sein: Reformen gibt es nicht zum Nulltarif! Wer am Fundament spart, darf sich nicht wundern, wenn das gesamte Haus zusammenbricht.

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