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Senatspläne für Referendariatsreform sind keine Lösung!

Lisa Paus, hochschulpolitische Sprecherin, und Özcan Mutlu, bildungspolitischer Sprecher, erklären:

Hohe Krankenstände, Unterrichtsausfälle, Frustration und Überforderung sind Alltag in den Berliner Schulen. Bildungssenator Böger setzt mit seinem Vorschlag zur Referendariatsreform erneut alles daran, dass das auch so bleibt.

Nach dem Leitspruch: "Was Euch nicht umbringt, macht Euch nur härter" sollen ReferendarInnen statt zwei bis vier künftig 16 Stunden pro Woche unterrichten und dadurch Lehrerstellen eingespart werden. Frisch von der Uni und rein in den Problemkiez, um dann hilflos festzustellen, dass man gar nicht dazu kommt, zu unterrichten, weil dazu erst einmal eine Situation hergestellt werden muss, in der das möglich ist - das ist weder zumutbar für die ReferendarInnen noch für die SchülerInnen!

Es macht ebenfalls keinen Sinn, die Reform des Referendariats zu beschließen, bevor die zweite Phase des Lehramtsstudiums, der Master of Arts (MA) noch gar nicht gestaltet ist. Sinnvoll wäre es hingegen, beide Phasen aufeinander abzustimmen und das auch gemeinsam mit den Universitäten zu tun.

Besonders verheerend sind die Planungen der Bildungsverwaltung im Bereich der Grundschule. Selbst bei unterstellter Rechenschwäche ist klar, dass die max. 188 Studienplätze für GrundschullehrerInnen in ganz Berlin nicht ausreichen, um den Einstellungsbedarf zu decken. Deshalb plant nun Bildungssenator Böger, für Grundschulpädagogen sowohl den MA auf ein Jahr zu verkürzen als auch das anschließende Referendariat. Die Probleme in der Grundschule löst er damit nicht.

Bündnis 90/Die Grünen fordern den Bildungssenator auf: Werfen Sie die Entwürfe in den Mülleimer, beginnen Sie neu, und zwar in Kooperation mit allen Beteiligten.

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