Mehr individuelle Förderung, Chancengleichheit und Qualität statt Selektion!
Özcan Mutlu, bildungspolitischer Sprecher, sagt mit Blick auf die Entscheidung zur Schulstrukturreform in der heutigen Sitzung des Abgeordnetenhauses:
Seit Jahren streitet die Fraktion Bündnis 90/Die Grünen im Berliner Abgeordnetenhaus für bessere Bildung, für längeres gemeinsames Lernen und für mehr Chancengleichheit in der Bildung. Wir haben aus der Opposition heraus Verantwortung übernommen und die derzeit geplante Schulstrukturreform angestoßen: Ein neues Schulsystem mit zwei gleichberechtigten und gleichwertigen Schulformen (Sekundarschule und Gymnasium), längeres gemeinsames Lernen und mehr individuelle Förderung aller SchülerInnen.
Die ursprünglichen Ziele der Schulstrukturreform waren die Abschaffung der Hauptschulen, die Reform der Gymnasien und die Gleichwertigkeit der Schultypen, kein Sitzenbleiben, kein Probejahr und kein Abschulen. Das kann durch die zur Abstimmung stehenden Gesetze nicht realisiert werden, und deshalb können wir als Grüne, obwohl wir diese Reform maßgeblich angestoßen haben, nicht zustimmen.
Unsere Zustimmung machen wir von folgenden Änderungen, die für uns unabdingbar sind, abhängig:
- Durchgehende ganztägige Beteuung, keine bürokratischen Hürden mehr und Schließung der Lücke in der Ganztagsbetreuung für SchülerInnen der 5. und 6. Klasse!
- Verzicht auf Selektionsinstrumente wie dem Probejahr und dem Sitzenbleiben an Gymnasien. Diese verhindern die Gleichwertigkeit der Schultypen und damit auch die Chancengleichheit für benachteiligte SchülerInnen. Wir fordern die individuelle Förderung auch an Gymnasien statt eines Probejahres und des Abschulens von vermeintlich ungeeigneten SchülerInnen.
- Die Inklusion muss zu einem festen Bestandteil in der Berliner Schule werden, dazu müssen bürokratische Hürden, wie Bedarfsprüfung u.ä. fallen. Denn alle Kinder haben ein Recht auf Bildung.
- Wir wollen das bei der Besetzung der Schulleitungen der integrierten Sekundarschule sowohl Qualität als auch Leistung ein Auswahlkriterium sind. Denn zum Aufbau der neuen Schulen brauchen wir die besten SchulleiterInnen und nicht diejenigen, die nach Laufbahnhierarchie höher eingestuft sind.
Zu den genannten Punkten haben wir entsprechende Änderungsanträge eingereicht:
Mit diesen Änderungen kann die Schulreform auch pädagogisch erfolgreich werden.
Wir hoffen auf die Vernunft der rot-roten Koalition und fordern sie auf, unseren Änderungsanträgen zuzustimmen, schließlich entsprechen unsere Forderungen der rot-roten Programmlage!
(c) Bündnis 90/Die Grünen im Abgeordnetenhaus - Berlin




