Schlechter, aber gleicher
02.07.2010: Berliner Zeitung
Rot-Rot lobt seine sozial durchlässige Bildungspolitik Thomas Rogalla Bildung sei ein aktuelles Thema, sagte die SPD-Abgeordnete Felicitas Tesch und erntete höhnisches Gelächter der Opposition. CDU, Grüne und FDP hätten in der Aktuellen Stunde des Abgeordnetenhauses lieber über die beim SPD-Parteitag am Sonnabend umstrittene Autobahn A 100 und die Differenzen bei Rot-Rot diskutiert, SPD und Linksfraktion setzen sich aber mit ihrem Thema "Chancengleichheit und Durchlässigkeit im Bildungssystem - Berlin als Vorreiter" durch.
Das Thema sei falsch gesetzt, sagte der Grünen-Bildungspolitiker Özcan Mutlu. Gerade habe Berlin in Vergleichs-Leistungsuntersuchungen extrem schlecht abgeschnitten und sei im Schnitt auf dem 15. Platz unter den Bundesländern gelandet. Der CDU-Abgeordnete Andreas Statzkowski warf dem Senat eine ideologische Politik gegen die Gymnasien vor, die Schulreform habe dazu geführt, dass "in keinem anderen Land der Unterschied zwischen stärkeren und schwächeren Schülern so groß ist wie in Berlin".
Für Mieke Senftleben (FDP) sagt der Umstand, dass Berlin das meiste Geld für frühkindliche Bildung ausgebe, gar nichts aus. Die Qualität sei nicht gestiegen. Das sei katastrophal für die Schüler, die Eltern und die Stadt. Von der sozialen Durchlässigkeit beim Zugang zu Bildung, die der Linken-Abgeordnete Steffen Zillich als beispielhaft hervorhob, hätten die Schüler nichts. Denn sie lägen bis zu zwei Jahren hinter Bayern oder Baden-Württembergern bei wichtigen Kompetenzen zurück.
Schulsenator Jürgen Zöllner (SPD) räumte zwar ein, dass Berlin über die schlechten Ergebnisse der Studien nicht zufrieden sein könne. Aber Bildung brauche Zeit. Er räumte ein, dass zusätzliches Geld nicht automatisch zu besseren Bildungsergebnissen führt. (tr.)
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