Senat muss Abwanderung von SchülerInnen durch Qualitätsoffensive stoppen!

Özcan Mutlu, bildungspolitischer Sprecher der Fraktion Bündnis 90/Die Grünen erklärt zu der jüngsten Studie des Sachverständigenrates deutscher Stiftungen:

Die Ergebnisse der jüngsten Studie des Sachverständigenrates deutscher Stiftungen über die Bildungschancen von Kindern und Jugendlichen in sozial benachteiligten Gebieten ist klar und deutlich: Zwölf Jahre nach dem PISA-Schock ist immer noch die soziale Herkunft über den Bildungserfolg junger Menschen ausschlaggebend. Schülerinnen und Schüler aus sozial schwachen Familien, insbesondere mit Migrationshintergrund, haben es weiterhin extrem schwer in unserem Schulsystem. Dieser Trend wird durch die Abwanderung von bildungsbewussten Eltern weiter verstärkt, wie die besagte Studie aufzeigt.

Es ist eine gesamtstaatliche Aufgabe, allen Kindern die selben Bildungschancen zu gewähren, damit sie ihre Potenziale entfalten können. Die Stärkung der Bildungsqualität in Kita und Schule, insbesondere in den sogenannten sozial benachteiligten Gebieten ist dafür unabdingbar. Daher müssen Schulen in diesen Gebieten stärker personell und materiell unterstützt werden. Gleichzeitig muss die Inklusion endlich zu einem festen Bestandteil der Bildungslandschaft werden. Auch die Stärkung der Zusammenarbeit zwischen Schule und Jugendhilfe sowie eine Bildungs- und Sprachoffensive, insbesondere für Kinder nichtdeutscher Herkunft, sind dringend gefordert.

Zugleich fordern wir den Senat auf, auf die Angabe des Anteils von SchülerInnen nichtdeutscher Herkunftssprache in den jeweiligen Schulporträts dringend zu verzichten. Hier wird ein Kriterium ad absurdum geführt, das dazu dienen soll Schulen zusätzliche Fördermittel zukommen zu lassen. Tatsächlich missverstehen die Eltern es als Auswahlkriterium und kehren Schulen mit hohem Anteil von Kindern und Jugendlichen nichtdeutscher Herkunftssprache den Rücken zu. Damit verstärkt die Schulwahl der Eltern den Abwärtstrend bei den Bildungschancen oder setzt diesen Abwärtstrend sogar in Gang. Wir sehen hier dringenden Handlungsbedarf und fordern Senat auf die Ergebnisse der Studie ernst zu nehmen und endlich zu handeln!

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