UN-Sonderberichterstatter bestätigt Pisa-Ergebnisse
Özcan Mutlu, bildungspolitischer Sprecher, erklärt:
Mit einem gewissen Abstand lässt sich manchmal besser erkennen, was wichtig und was weniger wichtig ist. UN-Sonderberichterstatter Vernor Muñoz hat einen unverstellten Blick auf unser Bildungswesen gewagt. Seine Erkenntnisse decken sich vollständig mit den Pisa-Studien und anderen Untersuchungen. Sie müssten nur ernst genommen werden.
Der in Deutschland katastrophal enge Zusammenhang von Bildungserfolg und sozialer Herkunft wirft für die UN die Frage nach der Verwirklichung des Rechts auf Bildung in Deutschland auf. Wir hoffen, dass die aktuelle Bildungsdiskussion durch die Reise und den Bericht von Muñoz bereichert wird.
Um in Berlin die Chancen von Kindern aus sozial schwachen Familien und mit Migrationshintergrund wesentlich zu verbessern, müssen die Schulen in sozialen Brennpunkten bzw. mit einem hohen MigrantInnenanteil zusätzlich gefördert werden. Die gezielte Förderung von Schulen in Problemquartieren, Ausbau von Ganztagsangeboten, Stärkung der Zusammenarbeit zwischen Schule und Jugendhilfe, eine Bildungsoffensive für Kinder nichtdeutscher Herkunftssprache, die Abschaffung des Sitzenbleibens und die Reduzierung der Klassenfrequenzen sind Themen die verstärkter finanzieller Förderung und Sicherung bedürfen. Reformen gibt es nicht zum Nulltarif!




