Kleinstaaterei in Bildung ist der falsche Weg!
Volker Ratzmann, Fraktionsvorsitzender, und Özcan Mutlu, bildungspolitischer Sprecher, erklären:
Die jüngsten Ergebnisse der PISA-Studie belegen: Das deutsche Schulsystem versagt wie kaum ein anderes auf der Welt bei der Förderung von Jugendlichen mit Migrationshintergrund. Nachhaltige Bildungsreformen sind notwendig. Sie können jedoch nur gelingen, wenn ineffektive Selektionsmechanismen abgebaut werden und endlich ein Schulsystem geschaffen wird, in dem alle Begabungen jedes einzelnen Kindes ausgeschöpft werden, und das gegliederte Schulsystem überwunden wird.
Während andere OECD-Staaten darauf setzen, möglichst alle SchülerInnen optimal zu fördern und die Gruppe der "Leistungsschwachen" möglichst klein zu halten, gelingt das den deutschen Bundesländern, insbesondere Berlin kaum. Dadurch wird Jugendlichen die Chance auf Teilhabe am gesellschaftlichen Erfolg verwehrt.
Die OECD-Studie zeigt auch, dass der Weg den Deutschland mit der Föderalismusreform in Sachen Bildung geht, der falsche Weg ist! Bildung und Wissenschaft dürfen nicht der Kleinstaaterei zum Opfer fallen. Es gibt keinen vernünftigen Grund, die bundesdeutsche Bildungslandschaft noch weiter als ohnehin schon zu zersplittern und durch den Verzicht auf jegliche Rahmenvorgaben, aber auch jeden Kooperationsmechanismus weiter zu belasten.
Um in Berlin die Chancen von Kindern aus sozial schwachen Familien und mit Migrationshintergrund zu verbessern, müssen die Schulen in sozialen Brennpunkten und Schulen mit einem hohen MigrantInnenanteil stärker gefördert werden. Dazu gehört auch, einerseits die Eltern selbst zu fördern und sie anderseits stärker in die Verantwortung für die Bildung ihrer Kinder zu nehmen. Die gezielte Förderung von Schulen in Problemquartieren, Ausbau von Ganztagsangeboten, Stärkung der Zusammenarbeit zwischen Schule und Jugendhilfe, eine Bildungsoffensive für Kinder nichtdeutscher Herkunftssprache, Abschaffung des Sitzenbleibens und Reduzierung der Klassenfrequenzen sind Themen, die verstärkter finanzieller Förderung und Sicherung bedürfen. Reformen gibt es nicht zum Nulltarif!




