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Schulstrukturreform: Rot-rote Einigung führt in die Sackgasse

Özcan Mutlu, bildungspolitischer Sprecher, erklärt zur Einigung über die Schulstrukturreform:

Mit der Entscheidung der SPD-Fraktion ist vom Kern der Schulstrukturreform wenig geblieben: Die soziale Herkunft sollte nicht länger über den Bildungserfolg entscheiden. Mehr individuelle Förderung, die Abschaffung des Sitzenbleibens, kein Probehalbjahr und kein Abschulen waren die zentralen Forderungen. Herausgekommen ist das Gegenteil.

Wenn Schulen mit großer Nachfrage jetzt über die Vergabe von 75 Prozent der Schulplätze selbst entscheiden können, müssen sie dafür auch die Verantwortung tragen. Mehr Eigenverantwortung für die Schulen muss auch heißen, die SchülerInnen stärker individuell zu fördern und die Bildungsqualität für alle SchülerInnen zu verbessern.

Schwächere SchülerInnen nach einem Probejahr von der Schule zu werfen, muss dann ausgeschlossen sein. Dieses Instrument widerspricht dem Kernanliegen der Reform und degradiert die Sekundarschule zum Auffangbecken. Damit führt die rot-rote Einigung in die Sackgasse, die angekündigte Gleichwertigkeit der Bildungsgänge hat die Koalition damit verspielt.

Wir sind skeptisch, ob die 25 Prozent Losquote die soziale Mischung an den einzelnen Gymnasien sichern. Doch Rot-Rot muss auf das unsägliche Probejahr verzichten. Wichtig bleibt, dass die personellen wie auch die materiellen und räumlichen Ressourcen für die neue Schulstruktur bereitgestellt werden, um alle SchülerInnen individuell und bestmöglich zu fördern.

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